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Energieketten: Igus verleiht Vector Award

Alle zwei Jahre verleiht igus den Vector Award, bei dem „herausragende Anwendungen mit Energiekettensystemen“ ausgezeichnet werden. Unter 187 eingereichten Anwendungen aus 30 Ländern machte ein Unternehmen aus Spanien das Rennen um den goldenen Vector.

Goldener vector award von igus Bildquelle: © Igus

Zwei Industrieroboter, die bei der Montage von Flugzeugrümpfen Arbeitsschritte wie das Bohren und Nieten übernehmen. Diese Anwendung von Loxin 2002 wurde mit dem goldenen Vector 2018 ausgezeichnet.

In der von Igus im Rahmen der Hannover Messe 2018 prämierten Anwendung der spanischen Firma Loxin 2002 arbeiten zwei Knickarmroboter in der Endmontagelinie von Flugzeugrümpfen. Die sichere Versorgung der Endeffektoren an den Robotern übernimmt dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Energiekettensysteme von igus.

Bei der Anwendung - zwei Industrieroboter, die automatisiert in der Endmontage von Flugzeugrümpfen mit 4 m Durchmesser arbeiten und Arbeitsschritte wie das Bohren und Nieten übernehmen – bestand das Hauptproblem in der Vergangenheit darin, Kollisionen der Roboter mit dem Flugzeugrumpf zu vermeiden, um gefährliche Beschädigungen der Flugzeuge zu verhindern. Bei Loxin 2002 kommen jeweils zwei dreidimensional bewegliche e-ketten von igus zum Einsatz. Sie sind parallel an jeder Seite der Roboterarme befestigt, wodurch eine bessere Beweglichkeit der Roboterarme sowie eine höhere Zugänglichkeit an den Flugzeugrümpfen trotz der schwierigen Geometrien erreicht werden konnte. Zudem lassen sich so mehr verschiedene Leitungen sowie Schläuche für Verbindungselemente zu den Endeffektoren der Roboter führen. Weitere Energiekettensysteme mit verschiedensten Geometrien und Bewegungsrichtungen versorgen die Roboter.

Der silberne Vector ging an die US-amerikanische Firma Cordoba Technologies Inc. für den „Hummingbird", eine Innovation für die Agrarindustrie zur Bewässerung und Düngemittelversorgung von Feldern. Er ersetzt herkömmliche einzelne Maschinen, kann mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden und auf eine Software zurückgreifen, die Daten in Bezug auf Temperatur, Nährstoffe oder Krankheitsbefall verarbeitet. So können die zu versprühenden Substanzen von Fall zu Fall an das Pflanzenwachstum angepasst, gemischt und verteilt werden. Die Führung von Leitungen und Schläuchen wird hier durch ein „micro flizz“-System von igus gelöst, bei dem eine Energiekette kompakt in einer eingehausten Aluminiumrinne verfahren wird.

Thyssenkrupp Elevator bekam den Vector in Bronze für einen innovativen Aufzug, bei dem die herkömmlich verwendeten Seile durch Linearmotoren ersetzt wurden. Der Linearantrieb und das Leitgestänge können sich dabei um 90° drehen, wodurch die Kabinen sowohl vertikal als auch horizontal bewegt werden können. Zu den größten Herausforderungen zählte bei der Umsetzung das im Verhältnis zur Kabelmenge geringe Platzangebot, sowohl in der Tiefe als auch hinsichtlich der Rotationsbewegung. Außerdem unterliegen die Leitungen hohen Anforderungen, etwa Schirmung sowie kleinen Durchmessern und Biegeradien. Erstmalig befinden sich im Aufzugsbereich Energieführungsketten für eine derartige Anwendung. Zwei jeweils gegenläufige, auf einer Kreisbahn laufende und in einem Rinnensystem geführte Energieführungsketten zusammen mit den entsprechenden Leitungen von igus sorgen für die notwendige Energie- und Datenübertragung zu der drehbaren Plattform.