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Energieführung bei 6-Achs-Robotern: Schutzschlauch contra Energiekette

Die Energiezuführung ist die Nabelschnur des Roboters. Insbesondere bei den flexiblen 6-Achs-Kinematiken stellt sich oft die Frage: Was ist die bessere Lösung – Schutzschlauch oder eine modulare 3-Achs-Energieführungskette?

Schutzschlauch Bildquelle: © Igus

Seit der Einführung des ‚Famulus’ mit seinen sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen durch Kuka im Jahr 1973 sind 6-Achs-Rotober aus den Fertigungshallen – insbesondere im Automobilbau – nicht mehr wegzudenken. Aktuelle Exemplare verbinden dabei die Freiheitsgrade des 6-Achsen-Betriebes mit zunehmenden Traglasten und einer Reduktion des benötigten Arbeitsraumes. Komplexes Teilehandling und mehrstufige Montage können durch immer platzsparendere Systeme mit kleineren Drehradien und größeren Schwenkbereichen bewerkstelligt werden. Der geringere Raumbedarf bedeutet allerdings für die Integration der Medien- und Energiezuführung zusätzliche Herausforderungen – zuerst bei der Konfiguration, später auch bei Betrieb und Wartung der Roboter.

Bei den meisten 6-Achs-Roboteranwendungen findet man heute Schutzschläuche aus speziell modifizierten Polymeren. Sie gleichen in ihrem Äußeren einfachen profilierten Lehrrohren wie sie  generell zum Leitungsschutz Verwendung finden, sind aber in der Regel speziell für den Einsatz in der Robotik optimiert, um unter anderem hohe Standzeiten zu gewährleisten. Ihre Funktion besteht darin, die Leitungen zu führen und gleichzeitig zu schützen. Die am häufigsten verwendeten Materialien für die Schläuche sind Polyurethane (PUR) und Polyamide (PA).

Im Vergleich zu einfachen Schutzschläuchen sind Energieketten sicherlich die aufwendigere und damit auch kostenintensivere Variante. Die Ketten bestehen pro Meter aus circa 30 bis 100 Einzelteilen beziehungsweise aus einzelnen Gliedern, die meist aus dem Werkstoff Polyamid (PA) – mit oder ohne Glasfaserverstärkung – oder dem thermoplastischer Kunststoff Polyoxymethylen (POM) bestehen.