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Elektromagnetische Verträglichkeit: Ganzheitliche Betrachtung ist gefordert

Steigende Empfindlichkeit von Elektronik-Bauteilen, sinkende Signalpegel und zunehmender Einsatz drahtloser Kommunikation – all dies birgt immer mehr elektromagnetische Risiken. Umso wichtiger ist es, das Thema EMV-Schirmung nicht punktuell sondern ganzheitlich zu betrachten.

EMV-Schirmung ohne Lücken Bildquelle: © Bild: Computer&AUTOMATION, Quelle: Pflitsch

Baut sich das Bild im Wohnzimmer-Flat-TV nicht sauber auf, ist das zwar unschön – aber kein Sicherheitsrisiko. Anders in industrieller Umgebung: Hier können Menschen aufgrund von Störungen, die aus elektromagnetischer Einkopplung resultieren, in Gefahr geraten oder der Produktionsausschuss treibt die Kosten in die Höhe.

Schirmgeflecht des Kabels durchgängig im Schaltschrank Bildquelle: © Pflitsch

Bessere Schirmwirkungen lassen sich erzielen, wenn das Schirmgeflecht des Kabels durchgängig bis zur Elektronik im Schaltschrank geführt wird und erst dort an Masse angeschlossen wird, wie das durch die 360°-TRI-Feder-Kontaktierung möglich ist.

Zwar lassen sich Schaltschränke und Gehäuse mit entsprechenden Maßnahmen recht gut schirmen; doch da, wo Signal- und Energiekabel durch die Gehäusewand geführt werden, entsteht oft eine Lücke, durch die elektromagnetische Wellen einfach ‚durchschlüpfen‘. Um diese sicher zu schließen, sind zwingend Kabel und Verschraubungen erforderlich, die den Schirm optimal beim Kabeleintritt in den Schaltschrank kontaktieren und so in das Gesamt-EMV-Konzept einbinden. Allerdings sind dabei Kabelverschraubungen, bei denen das abgelängte – also unterbrochene – Schirmgeflecht auf einen Metallkonus aufgeschoben und dort kontaktiert wird, nicht immer anwendbar – zum Beispiel wenn schnellere Taktraten bis in den Gbit-Bereich gefordert werden oder die Signalintegrität im Fokus steht. In diesen Fällen muss der Anwender Lösungen einsetzen, bei denen das Schirmgeflecht nicht unterbrochen und durch die Kabelverschraubung bis zum vorgegebenen Anschlusspunkt an der Elektronik weitergeführt wird.