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Bildverarbeitung

Robotersensorik abgelöst

22. März 2019, 03:00 Uhr   |  Stefan Lochbrunner

Robotersensorik abgelöst
© RoVi RobotVision

Lassen sich die traditionell an Robotern verbauten Sensoren durch Software und Kameras ersetzen? Ein Münchner Start-up hat genau dies umgesetzt.

Um Robotern eine autonome und sichere Interaktion mit ihrer Umgebung zu ermöglichen, werden unterschiedlichste Sensoren benötigt, die zum Beispiel Gelenkstellungen oder Greifkräfte messen und Objekte samt ihrer Lage erkennen. Ergo sind in modernen Robotern oft 20 bis 30 einzelne Sensormodule an verschiedenen Stellen verbaut. Dies sorgt für Systemkomplexität und hohe Hardware-, Integrations- sowie Wartungskosten. An dieser Stelle setzt das Start-up RoVi an, indem es traditionelle Sensoren durch Software und Kameras ersetzt. 

Kameras sind häufig bereits ins System integriert, sind sie doch für moderne Roboter essenziell und zudem kostengünstig verfügbar. Allerdings erkennen Roboter mit bisherigen Lösungen der industriellen Bildverarbeitung nur den Raum um sich herum oder Gegenstände, die sie greifen oder bearbeiten sollen. Mit der Lösung von RoVi nehmen sie auch ihre Körperteile selbst wahr – ohne elektronische Sensoren. Zur Vermessung von Positionen und Bewegungen werden am Roboter aufgedruckte visuelle Muster verwendet. Die Software berechnet damit mittels intelligenter Bildanalyse die Position des Roboters im Raum sowie dessen Bewegungen und Gelenkstellungen. Kräfte und Momente werden mittels einfacher, passiver, das heißt nicht elektronischer, Elemente wie beispielsweise Schaumstoff oder Federn gemessen. Die Kontaktkräfte des Greifers oder des Roboters führen zu charakteristischen Verformungen dieser Elemente. Die Software misst diese Verformungen mittels Bildanalyse-Algorithmen und berechnet daraus die Kontaktkräfte. Die dabei für Industrie 4.0 anfallenden Daten und Statistiken der Roboter und ihrer Einsätze können dann vor Ort oder in der Cloud verarbeitet und ausgewertet werden.
 

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1. Robotersensorik abgelöst
2. Software statt Hardware
3. Erschwingliche Automatisierung
4. Von der Idee zum Start-up

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