Schwerpunkte

Inspektionssysteme

Produktkennzeichnung automatisiert überwacht

14. September 2016, 09:27 Uhr   |  Reinhold van Ackeren


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Fehldeklarationen können teuer werden

Fehlerhafte Beschriftungen bergen in diesem stark reglementierten Umfeld ein hohes Schadenspotenzial: Nicht nur die Abwicklung von Rückrufaktionen geht mit hohen Kosten einher. Weil die Lebensmittelindustrie immer schneller produziert, laufen mitunter Tausende fehlerhafter Produkte vom Band, bis ein falscher Aufdruck entdeckt wird. Muss dann nachgearbeitet oder die Ware sogar umverpackt werden, ist das mit einer Reduzierung der Produktivität und immensen finanziellen Aufwendungen verbunden. Und auch der Imageschaden fällt bei einem solchen Vorfall heute wesentlich dramatischer aus als noch vor einigen Jahren – einfach, weil das Internet ein so wirksamer Multiplikator für negatives Feedback ist.

Optische Inspektionssysteme, die inline automatisiert die Qualität und Korrektheit der Auszeichnung überwachen, stehen daher bei immer mehr Unternehmen hoch im Kurs. Anders als bei den früher gängigen stichprobenartigen Untersuchungen verifizieren moderne Systeme dabei die Angaben auf jedem einzelnen Produkt.

Zu den typischen, aber vergleichsweise schwierigen Aufgaben der optischen Inspektion gehört die Analyse alphanumerischer Zeichenfolgen. Klartext-Sequenzen von Ziffern und Buchstaben kommen in der Lebensmittelindustrie in vielen Bereichen zum Einsatz, beispielsweise bei der Angabe von Serien- und Chargennummern, Mindesthaltbarkeitsdaten oder Serialisierungscodes. Ihr großer Vorteil liegt darin, dass sie für die Anwender – anders als etwa Barcodes – ohne zusätzliches Equipment lesbar und überprüfbar sind. Alternativ dazu lassen sie sich heute aber im Rahmen der optischen Inspektion ebenso automatisiert untersuchen. Dabei sind zwei Verfahren zu unterscheiden:

  • Bei der Optical Character Verification (OCV) wird überprüft, ob der aufgebrachte Code mit einem hinterlegten Referenzcode übereinstimmt und ausreichend gut lesbar ist. So lässt sich zum Beispiel verifizieren, ob auf einer Verpackung die korrekte Chargennummer aufgebracht ist.
  • Bei der aufwendigeren Optical Character Recognition (OCR) gibt es keine Referenz – stattdessen muss ein unbekannter Text erfasst und ausgelesen werden. Dieses Verfahren wird zum Beispiel genutzt, um neu generierte und aufgedruckte Seriennummern auszulesen.
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1. Produktkennzeichnung automatisiert überwacht
2. Fehldeklarationen können teuer werden
3. Die Optical Character Verification
4. Die Optical Character Recognition
5. Ein Beispiel aus der Praxis
6. Verschärfte Kennzeichnungspflicht

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