SVS-Vistek

Machine Vision verschlankt

20. Mai 2020, 10:00 Uhr | Inka Krischke / Peter Stiefenhöfer

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Gemeinsame Steuerung für Kamera und Licht

In den aktuellen Industriekamerafamilien EXO  (im Bild die USB3-Variante EXO428U3) und FXO von SVS-Vistek sind Blitz-Controller bereits integriert.
In den aktuellen Industriekamerafamilien EXO (im Bild die USB3-Variante EXO428U3) und FXO von SVS-Vistek sind Blitz-Controller bereits integriert.
© SVS-Vistek

SVS-Vistek hat aus diesen Gründen bereits vor über zehn Jahren die Entwicklung von Kameras mit integrierter Blitzsteuerung angestoßen. Bis zu vier getrennt steuerbare Kanäle stehen in den aktuellen Kameramodellen mit der so genannten 4IO-Funktion des Unternehmens zur Verfügung. Jeder dieser kurzschlussfesten Power-Ausgänge liefert im Blitzbetrieb kurzzeitig bis zu 3 A Strom, was für 95 % aller Anwendungen ausreicht. Die Steuerung der I/Os erfolgt über die GenICam-Schnittstelle der Kamera. Auf diese Weise entfallen die Integration und Synchronisation eines weiteren Software-Interfaces, was dem Anwender Zeit spart und den Weg zur Applikation vereinfacht. Durch den Wegfall der Verkabelung zwischen Kamera und Blitzcontroller und vor allem des gesamten (und in der Regel teuren) externen Blitzcontrollers reduzieren sich darüber hinaus die Anschaffungs-kosten der Bildverarbeitungs-Hardware. Anwendungen werden auf diese Weise sowohl physisch als auch in der Software schlanker, was neben den Hardware-Einsparungen die Entwicklungskosten der Software verringert.Die Präzision hingegen nimmt zu: Die Blitzsteuerung ist auf 15 ns genau einstellbar.

Wärmeentwicklungen in der Kamera führen zu einem verstärkten Rauschen und somit zu einer schlechteren Bildqualität. Um diesen Effekt zu umgehen, verwendet SVS-Vistek bei den Kameras mit integriertem Blitzcontroller leistungsfähige MOSFETs für den PowerOut, die nur schalten können. Der Strom und damit die Helligkeit der LED-Beleuchtung lässt sich mit der integrierten Pulse Width Modulation (PWM) regulieren. Dabei ist die Taktfrequenz in weiten Bereichen einstellbar, um flexibel auf die jeweiligen Anforderungen reagieren zu können. Die Ausgangsspannung entspricht immer der Versorgungsspannung der Kamera.

Das 4IO-Interface der Kameras kann neben der Ansteuerung von LED-Beleuchtungen weitere Aufgaben übernehmen. So beinhaltet es unter anderem mehrere entprellbare physikalische Eingänge, logische Funktionen zur Verarbeitung von Eingangssignalen und einen äußerst flexiblen Sequenzer, über den die exakte Ansteuerung mehrerer Beleuchtungseinheiten vorgenommen werden kann. Alle Ein- und Ausgänge arbeiten mit Pegeln bis zu 24 V und sind dadurch perfekt für die direkte Kommunikation mit einer SPS geeignet. Wenig bekannt, aber von einigen Industriekunden genutzt ist auch die Möglichkeit, das sehr flexibel programmierbare PWM-Modul für Steuerungsaufgaben mittels PWM-Signal zu verwenden. So lassen sich mit PWM und Sequenzer relativ frei auf bis zu vier Leitungen unabhängige Ausgangs-signale programmieren, die als direkter Eingang zum Beispiel für Servomotoren oder die SPS dienen können.

 


  1. Machine Vision verschlankt
  2. Gemeinsame Steuerung für Kamera und Licht
  3. Die Kamerafamilien

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