Sie sind hier: HomeFeldebeneBildverarbeitung

Bildverarbeitung: Inline-Messung reduziert Ausschuss-Produktion

Statt Holzwerkstoffplatten aufwendig manuell und mit vergleichsweise viel Ausschuss zu vermessen, lässt sich dieser Prozess auch automatisieren – mit einem ­Inline-Messsystem und vier programmierbaren Kameras.

Innline Messsystem, Sick Bildquelle: © Sick

Etwa drei Millionen Raummeter Holz werden im Spanplattenwerk Fritz Egger in St. Pölten-Unter­radlberg pro Jahr zu knapp 40 Millionen Quadratmetern beschichteten Spanplatten verarbeitet. Anei-nandergereiht ergäbe das den halben Erdumfang. Die Spanplatten werden an die Industrie und den Fachhandel geliefert.

Nach dem Pressen der Plattenstränge und dem anschließenden Zuschnitt per Multidiagonalsäge steht in der Rohplattenfertigung regelmäßig die Vermessung einzelner Platten an, um Maßabweichungen gegebenenfalls zu korrigieren. Bislang geschah dies ausschließlich manuell: entweder durch Ausschleusen sogenannter Gutplatten aus der Produktion oder durch das Ausmessen von Platten in der Anlage, zum Beispiel im Kühlsternwender. 

Bisher wurden die ausgeschleusten Platten bei Egger von Hand mit einem Bandmaß überprüft und kamen dann in den Ausschuss. Bei abweichenden Messwerten musste der Bediener an der Säge die entsprechenden Korrekturwerte eingeben und bestätigen. In der Zwischenzeit wanderten allerdings bereits zahlreiche Platten mit den fehlerhaften Maßen in die Anlage. Nach dem Umstellen der Säge musste der Bediener erneut eine Platte in den Ausschuss fahren, um nachzumessen, ob überhaupt das gewünschte Ergebnis eingetreten ist. Entsprach dann die Platte immer noch nicht den Vorgaben, musste erneut die Säge eingestellt werden. 

Dieser Prozess dauerte zwischen einer Viertel- und halben Stunde. Um die gravierenden sicherheitstechnischen Nachteile dieser Vorgehensweise zu beseitigen, bestand sowohl seitens des Anlagenbauers und -ausrüsters Siempelkamp als auch seitens Egger der Wunsch nach einer höher automatisierten Lösung für die Vermessung. „Die bisherige technische Lösung für das Vermessen der Platten hinter der Multidiagonalsäge entsprach nicht dem Stand der Technik“, beschreibt Dr. Frank Otto, Projektleiter bei Siempelkamp Logistics & Service, die Ausgangssituation. „Hinzu kommt, dass die Multi-diagonalsäge in unseren Anlagen immer häufiger im Tandem-, Tripel- oder Quattromodus schneidet, also mit zwei oder mehr Säge-Aggregaten. Der Prozess der manuellen Plattenvermessung in Verbindung mit der manuellen Korrektur der Schnittwerte bei Maßabweichung gestaltet sich für unsere Kunden als zu komplex und langwierig, ganz abgesehen von den sicherheitstechnischen Mängeln.“ 

Die Lösung: Das Plattenvermessungssystem wird innerhalb der Maschinenanlage untergebracht, sodass die Säge unmittelbar nach dem Auftreten von Maßabweichungen korrigiert werden und der Bediener schnell auf Prozessänderungen reagieren kann, um die Prozesse zu stabi-lisieren und die Qualität der gefertigten Produkte zu sichern.