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Embedded Vision: Revolution für Machine Vision?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Spezialisiert auf eine Aufgabe

Grafik zu vollintegrierteg Bildverarbeitungssystemen Bildquelle: © Stemmer Imaging

Vollintegrierte Bildverarbeitungssysteme wie die ‚Deep Embedded Vision-Systeme‘ wurden speziell für eine bestimmte Aufgabe entwickelt und sind nicht frei programmierbar.

Für vollintegrierte Bildverarbeitungssysteme, die auch ohne Betriebssystem arbeiten können, schlägt Keppler die am Markt noch nicht etablierte Bezeichnung ‚Deep Embedded Vision-System‘ vor: „Solche Systeme sind speziell für eine bestimmte Aufgabe entwickelt und nicht frei programmierbar. Bereits bei der Auslegung werden die Kommunikationsmöglichkeiten der Systeme fest definiert – nachträglich lassen sie sich nur mit relativ hohem Aufwand verändern.“ Für das Systemdesign solcher ‚Deep Embedded Vision-Systeme‘ entstehen hohe Initialkosten, die sich nur durch große Stückzahlen amortisieren. Da solche Produkte in der Regel eine sehr geringe Stromaufnahme aufweisen, bieten sie selbst beim Betrieb per Batterie lange Laufzeiten. 

Ein aktuelles Beispiel eines solchen ‚Deep Embedded Vision-Systems‘ ist die ‚RealSense‘-Technologie von Intel. Diese Kamerasysteme basieren auf dem Intel ‚RealSense‘-Visionprozessor ‚D4‘ mit speziellen Algorithmen, um die Rohbild-Streams der integrierten Bildsensoren zu verarbeiten und daraus präzise 3D-Tiefeninforma-tionen mit hoher Auflösung in großer Bildrate zu berechnen und diese 3D-Bilder als Ergebnis zur weiteren Verarbeitung auszugeben.

Ein anderes Beispiel an ‚Deep Embedded Vision-Systemen‘ stammt aus dem Bereich der Text-Erkennung: Kompakte Module mit integrierter Kamera, OCR-Software und Funkanbindung werden direkt auf mechanische Zählwerke montiert und ermöglichen die automatische Erfassung ohne Austausch der bestehenden Zählwerke gegen elektronische Versionen. Sie geben die Zählerstände in festgelegten zeitlichen Abständen direkt an den Leitrechner weiter, sodass sich die manuelle Ablesung erübrigt. Aufgrund der äußerst geringen Stromaufnahme und der nur kurzzeitigen Einschaltphasen bieten diese Module wartungsfreie Laufzeiten im Bereich von zehn Jahren.