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Smarte Kameras: Daten clever managen

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Probleme im Netz

Kommt es im Prozessnetzwerk – Profinet – zu Störungen oder Engpässen, hat dies direkte Auswirkung auf den gesamten Produktionsablauf. Besonders bei großen Netzwerk-Installationen mit vielen Devices und großen Datenmengen kann es zu Problemen kommen – beispielsweise bei den analogen und digitalen Werten, die aus einem technischen Prozess mittels Sensoren gewonnen werden. In Roboterapplikationen kann dies beispielsweise einzelne Positionen betreffen, in anderen Anwendungsfällen nur einen erkannten Objekttyp oder manchmal auch nur ein OK-Signal. 

Prozessoptimierung, Balluff Bildquelle: © Balluff

Prozess- und Produktdaten bilden die Entscheidungsgrundlage, um frühzeitig Maßnahmen für die Prozessoptimierung er­greifen zu können. Kameras liefern dafür Daten zur Identifikation oder auch zur Qualitätskontrolle.

Bei der Smart-Kamera entscheidet der Anwender, welche Daten in welchen ­Formaten zur Kamera geschickt oder nach jeder Inspektion an die Steuerung übertragen werden. Er legt auch fest, über welche Netzwerke die Daten zu transportieren sind. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der Systemplaner ein, denn er bestimmt, wie groß die Menge der Parameter oder Daten von und zur Smart-Kamera sein dürfen. So kann er zum Beispiel definieren, dass der Ergebniscontainer einer Identifikationsaufgabe nur aus einem 15-­stelligen Barcode im Stringformat und zwei Positionswerten (x und y) im ­Realformat besteht. Weitere, nicht benötigte Daten ­werden dann erst gar nicht übertragen.

Gleichzeitig muss der Planer die ­anfallende Datenmenge berück­sichtigen: Während normale Prozessdaten nur eine geringe Größe haben, liegen die Bild- und Reportdaten für den Qualitätsnachweis, die nach jedem Inspek­tionszyklus generiert werden, in der Regel über der MByte-Grenze. Um diese Datenmengen abzufedern, ist die Smart-Kamera mit einer Gigabit-Ethernet- und einer 100-Mbit-­Profinet-Schnittstelle ausgestattet – im Gegensatz zu Geräten anderer Hersteller, die zumeist nur auf eine einzelne  Busschnittstelle setzen. So genügt ein Mausklick in der ­Geräte-Einstellung, um große Berichts- und Bilddaten ­automatisch über die schnelle Schnittstelle auf einen­ ­Spei­cherserver zu leiten, die dann das Profinet-Netzwerk nicht belasten.

Autor: 
Rainer Schönhaar ist Produktmanager Bildverarbeitung bei Balluff in Neuhausen.