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Bildverarbeitung: Marschroute Industrie 4.0

Die 'vierte Revolution' in der Industrie fördert und fordert ­visionäre Sichtweisen: Intelligente Sensoren erfassen eine Vielzahl von Daten und sind mehr als nur einfache Schalter zur Steuerung industrieller Fertigungsabläufe.

Intelligente Bildverarbeitung, Sick Bildquelle: © Sick

Die Gutteil-/Schlechtteil-Erkennung durch einen Bildverarbeitungssensor ist das klassische Beispiel einer binären Beurteilung – und hat mit einer zukunftsweisenden Lösung für die Smart Factory zunächst wenig zu tun. Lassen sich die vom Sensor im Inspektionsprozess erfassten Daten jedoch dazu nutzen, konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Schlechtteilen zu ergreifen, verändert dies das Mehrwert­potenzial und den Nutzen der Bildver­arbeitungslösung immens.

Einen weiteren Denkanstoß in Richtung Industrie 4.0 liefern Vision-Sensoren zur Erfassung von 1D-Barcodes und 2D-Codes. Bekannte Aufgabenstellungen wie Sortiervorgänge oder Track & Trace sind prozesssicher gelöst – sie stellen keine disruptiven oder gar radikalen Innovationen mehr dar. Demgegenüber eröffnet die Verbindung mit weiteren Daten – wie der Objekthistorie, digitalen Fingerabdrücken sowie Histogramm- und Merkmalsdaten – die Möglichkeit von Trend- und Abweichungsanalysen, die weit über die reine Identifikation von Komponenten und Produkten hinausgehen. Damit schafft die Bildverarbeitung eine wertschöpfende Grundlage für neu zu erdenkende Anwendungen und Dienste im Kontext einer Industrie 4.0 und des Internet of Things (IoT).

Und last but not least werden auch bei der Navigation neue Wege beschritten: Wenn eine mitfahrende Steuerung aus einer Positionsbestimmung und zusätzlichen Umfeld-Merkmalen eine spontane Route generieren und die dazu gehörigen Navigationsbefehle ableiten kann, dann ist hierfür auch eine bildverarbeitende Sensorlösung verantwortlich. Sie erfasst das konkrete Einsatz-Szenario des Fahrzeugs und erlaubt es der Steuerung, den vorbestimmten Parcours zu verlassen, eine andere Route zu wählen und dabei auf Hindernisse oder Ereignisse ebenfalls smart zu reagieren. Industriell umgesetzt können daraus neue Geschäftsmodelle entstehen, wie zum Beispiel Parkraum-Bewirtschaftungen mit autonomen industriellen Transportern, die beispielsweise Personenkraftwagen sicher ein- und auslagern. Spätestens hier rückt das Thema Industrie 4.0 ganz nah an die ‚Privatsphäre 4.0‘ heran.