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Bildverarbeitungssysteme: Auch Maschinen können lernen

Assistenzsysteme und Kameras unterstützen Menschen in der industriellen Sichtprüfung und ­Qualitätssicherung bereits seit langem als 'künstliches Auge'. Doch moderne Maschinen sollen nicht nur abbilden, sondern auch verstehen, was sie sehen.

Industrielle Sichtprüfung, Bosch Bildquelle: © Robert Bosch

Für das menschliche Auge erscheint das Metallteil perfekt. Doch das automatisierte Inspektionssystem entdeckt dank der dreidimensionalen Kamera-Aufnahmen winzige Abweichungen, die die erlaubten Grenzen überschreiten. Damit ist klar: Das Bauteil genügt nicht den Qualitätsanforderungen und muss aussortiert werden. Derlei Abweichungen im Mikrometerbereich lassen sich dank immer leistungsfähigerer Bildverarbeitungstechnologien mittlerweile genauestens erkennen. 

Im Zuge von Industrie 4.0 steigen die Ansprüche an die Bildverarbeitungsverfahren noch weiter: Märkte und Marktanforderungen verändern sich rasant, Kunden verlangen immer individuelle-re Produkte bei gleichbleibend hohen Qualitätsansprüchen. Dies hat Folgen für die Produktion: Lebenszyklen von Produkten verkürzen sich, Losgrößen werden kleiner. Hinzu kommt ein höherer Zeitdruck durch automatisierte und extrem schnelle Produktionsprozesse, die parallel ablaufende Qualitätskon-trollen nötig machen – und das bei maximaler Präzision. 

Anbieter von Bildverarbeitungssystemen haben sich in den letzten Jahren auf die beschleunigten Produktionsprozesse eingestellt. Die Bildverarbeitung ist schneller und benutzerfreundlicher geworden und profitiert etwa von Highspeed-Kameras mit hoher Auflösung und leistungsfähigen Schnittstellen. Doch das allein genügt nicht mehr: Um im Zeitalter von Industrie 4.0 reibungslose Produktionsabläufe zu gewährleisten, müssen sich Maschinen einfach und flexibel in Produktionslinien integrieren lassen. Darüber hinaus braucht es neue Formen der Zusammenarbeit, die die Präzision und die Ausdauer der Maschine mit dem Wissen und der Problemlösungskompetenz des Menschen vereinen.