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Hoverboard

Schwebendes Skateboard dank Supraleiter-Technologie

07. August 2015, 10:31 Uhr   |  Heinz Arnold, Lukas Dehling

Schwebendes Skateboard dank Supraleiter-Technologie
© Lexus

Rollen unter dem Skateboard gibt es nicht: das suprleitende Material schwebt über den in die Bahn eingelassenen Magnetschienen und trägt den Fahrer

Skateboard auf Rädern? Das war gestern. Supraleiter machen es möglich: Das "Hoverboard" schwebt über einen speziellen Untergrund. Die Technologie, die dahinter steckt, ist auch für industrielle Anwendungen von Bedeutung.

Mit insgesamt 200 m Magnetschienen hat Lexus den »Hoverpark« in Cubelles bei Barcelona ausgestattet und dort das supraleitende Hoverboard getestet. Den Hochtemperatursupraleiter im Hoverboard kühlt flüssiger Stickstoff (-197 °C) in zwei "Cryostase"-Reservoirs unter die Sprungtemperatur, ab der das Material supraleitend wird. Bringt man das Hoverboard auf die Magnetbahn, schwebt es in einem festen Abstand über der Erde. Die Kraft ist groß genug, um auch Ross McGouran zu tragen. Und das Hooverboard trägt seinen Fahrer nicht nur über der Erde. Auch über dem Wasser zu schweben ist kein Problem.

Supraleitung lässt Skateboarder schweben

Der Hooverpark in der Nähe von Barcelona
Ohne Räder schweben: Die Supraleitung machts möglich
Gewagte Sprünge sind mit dem Hooverboard kein Problem

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Das Projekt hatte Lexus mit seinem Partner evico, der sich auf Magnetschwebetechnologien spezialisiert hat, und einem Team von Wissenschaftlern des IFW Dresden vor 18 Monaten gestartet. "Das Magnetfeld der Bahn ist praktisch in die Supraleiter im Board eingefroren und hält so einen festen Abstand zwischen Board und Bahn – wodurch das Board schwebt. Diese Kraft ist stark genug, dass man darauf stehen oder sogar aufspringen kann", sagt Dr. Oliver de Hass, CEO von evico. Nach ausführlichen Tests mit Ross McGouran hat das Team die Magnetschienen vom Werk in Dresden nach Barcelona verfrachtet, wo sie die Grundfläche des Hoverparks bilden. Hier konnte Ross McGouran Tricks vorführen, die mit einem Skateboard nicht möglich wären – wie eben das Schweben über dem Wasser.


Ganz einfach war das für Hoverboard-Tester Ross McGouran nicht: "Ich fahre seit 20 Jahren Skateboard, aber ohne die Reibung kam es mir so vor, als müsse ich alles von Grund auf neu lernen – vor allem, was den Stand und die richtige Balance angeht, die nötig waren, um das Hoverboard zu benutzen. Das war eine völlig neue Erfahrung."

Ähnlich erging es auch den Ingenieuren: "Obwohl das Team über tiefe Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Supraleitung und ihrer Anwendung verfügt, mussten wir feststellen, dass es nicht einfach ist, ein Hoverboard zu bauen. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen und mussten einige Hindernisse bewältigen", sagt Mark Templin, Executive Vice President von Lexus International. 

Supraleiter machen nicht nur Spaß, sie haben großes Potenzial für die industrielle Anwendung, denn sie erlauben es, Objekte berührungslos zu lagern und zu bewegen – mit geringem Energieaufwand und ganz ohne Regelungstechnik für die Lagerung. Ihr staub- und abriebfreies Arbeiten ist ideal, um Objekte schwebend in sehr reinen Umgebungen geschützt zu transportieren. Auch die Handhabung durch Wände hindurch ist möglich. Wie dies in der Realität aussieht, hat beispielsweise Festo auf der Hannover Messe in diesem Jahr gezeigt. Dazu mehr in unserer Bilderstrecke.

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