Wegen Ukraine-Krieg

Schaeffler setzt Prognose für 2022 aus

8. März 2022, 10:22 Uhr | Andrea Gillhuber
Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender von Schaeffler
Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender von Schaeffler
© Schaeffler

Schaeffler hat wegen des Ukraine-Krieges die Prognose für das laufende Jahr ausgesetzt. Für das Geschäftsjahr 2021 meldet der Konzern ein Umsatzwachstum von knapp 10 %.

Wegen der großen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit sei es derzeit nicht möglich, eine fundierte Prognose für das Geschäftsjahr 2022 abzugeben, teilte Schaeffler im Rahmen der Bekanntgabe der Jahresbilanz 2021 mit. Es sei nicht abzuschätzen, welche Auswirkungen der Krieg auf die Lieferketten, insbesondere auch auf Kundenseite, die globale Automobil- und Industrieproduktion, die Frachtraten, die Rohstoff- und Energiepreise, die Inflation und die globale Wirtschaftsentwicklung haben werde.

Das Management des Automobilzulieferers und Industriekonzerns habe bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zwar einen Ausblick auf 2022 verabschiedet, der sich jedoch aufgrund der Ereignisse nicht aufrechterhalten lasse. Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld: »Aufgrund der dramatischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ukraine und den hieraus resultierenden zunehmenden Unsicherheiten und Verwerfungen haben wir uns dazu entschieden, unsere vom Vorstand am 22. Februar 2022 noch vor der Invasion intern verabschiedete Prognose auszusetzen. Unsere diversifizierte Aufstellung mit drei Divisionen und vier Regionen, die Qualität unseres operativen Geschäfts und die soliden Finanzen werden uns helfen, auch durch die aktuelle Krise zu kommen. Die in unserer Roadmap 2025 definierten strategischen Initiativen und Prioritäten behalten weiterhin Gültigkeit. Das gilt vor allem für das Thema Nachhaltigkeit.«

Ergebnis für Geschäftsjahr 2021 – Sparte Industrial wächst

Für das vergangene Jahr berichtete Schaeffler über deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. So stiegen die Erlöse von rund 12,6 auf etwa 13,9 Mrd. Euro. Dies entspreche einem währungsbereinigten Plus von 9,7 %. Das Konzernergebnis betrug den Angaben zufolge 756 Mio. Euro nach einem Verlust von 428 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Schaeffler will daher den Aktionären im Vergleich zum Vorjahr mit 50 Cent je Aktie eine doppelt so hohe Dividende zahlen.

Die Sparte Industrial setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Kurs des profitablen Wachstums fort und erzielte einen Umsatz von 3,568 Mrd. Euro (2020: 3,132 Mrd. Euro); das entspricht einem Anstieg um währungsbereinigt 13,6 %. Die Sektorcluster entwickelten sich dabei jedoch unterschiedlich: Besonders starkes Wachstum konnte in den Clustern Industrial Automation, Power Transmission und Offroad sowie beim Handelsgeschäft (Industrial Distribution) erzielt werden.

In der Region Europa stieg der Umsatz währungsbereinigt um 12,3 %, insbesondere im zweiten Halbjahr verzeichneten die Sektorcluster Industrial Automation und Power Transmission sowie Industrial Distribution deutliche Wachstumsraten. Das Wachstum in der Region Americas um währungsbereinigt 13,8 % war im Wesentlichen auf Industrial Distribution zurückzuführen. In der Region Greater China stiegen die Umsätze um währungsbereinigt 14,5 %, obwohl sich auslaufende Subventionen auf die Nachfrage im Sektorcluster Wind erwartungsgemäß auswirkten. In der Region Asien/Pazifik lag der Umsatz um währungsbereinigt 18,3 % über dem Vorjahr. Der Anstieg war maßgeblich auf den Volumenanstieg im Sektorcluster Wind in Indien zurückzuführen.

Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 54,4 % auf 426 Mio. Euro (2020: 276 Mio. Euro). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten verbesserte sich auf 12,0 % (2020: 8,8 %).

(Mit Unterlagen der dpa)


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