Nutzererfahrung bringt neue Funktionen

KannMotion immer flexibler

9. November 2022, 19:53 Uhr | Andreas Knoll
Eine KannMotion-Steuerung bzw. -Platine
Eine KannMotion-Steuerung bzw. -Platine
© Koco Motion

Koco Motion und Adlos haben zur SPS 2022 ihre Servoantriebsplattform KannMotion mit neuen Funktionen und Eigenschaften ausgestattet. Der Input dafür kam laut den beiden Unternehmen zum Großteil aus Wünschen der Kunden und Anforderungen in deren Applikationen.

»Manchmal zieht eine Kundenanforderung sogar eine Verbesserung des Gesamtsystems nach sich - wir übertragen solche Anpassungen dann in die Serie bzw. die daraus resultierende Firmware«, sagt Thomas Vogt, Geschäftsführer von Adlos. »Momentan finden sich die Entwicklungsschritte eher im Verborgenen wieder und sind nicht direkt sichtbar. Sie verstecken sich in Reaktionszeiten, Latenzzeiten und Regelungen. Doch wenn beispielsweise eine optimalere Referenzfahrt zu einem besseren Ergebnis führt, dann stellen wir diese Abläufe allen Kunden zur Verfügung.« Ein Update auf solche neuen Funktionen und Eigenschaften ist dann problemlos über den KannMotion-Manager durchführbar. Neu ist außerdem, dass Antriebe auf KannMotion-Basis jetzt auch mit DC-Motoren erstellt werden können anstatt nur mit Schrittmotoren.

Die ursprünglich im Jahr 2017 eingeführte Servoantriebsplattform vereinigt bis zu sieben Einzeleinheiten in einem Gesamtsystem: Motor, Getriebe, Encoder, Steuerung, Startknopf, Sensor und Verkabelung. Dies soll auch Vorteile in Sachen Einkauf, Lieferkette und Wartung bringen, gerade angesichts der aktuell schwierigen Lage am Beschaffungsmarkt. »Mit unserem KannMotion-Konzept konnten wir eine große Liefertreue gewährleisten«, sagt Olaf Kämmerling, Geschäftsführer von Koco Motion. »Dazu haben wir frühzeitig den Lagerbestand so weit erhöht, dass auch längere Wiederbeschaffungszeiten keine Gefahr für termingerechte Lieferungen darstellen.«

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Alle Komponenten in einem

Die KannMotion-Plattform besteht aus 80 Prozent Standard-Bausteinen, die sich nach dem Baukastenprinzip individuell zusammenstellen lassen. »Das Alleinstellungsmerkmal des Servoantriebssystems ist nicht nur, dass sich mehrere Einzelkomponenten wie etwa Encoder, Steuerung und Verkabelung auf ein Gesamtsystem reduzieren, in das sie alle integriert sind«, erläutert Olaf Kämmerling. »Die Antriebe werden zudem so ausgelegt, dass sie nur die Funktionen integriert haben, die in der jeweiligen Applikation erforderlich sind.«

Das Antriebssystem arbeitet auch im Dauerlauf zuverlässig wie ein Servomotor und ist über Befehle oder Ablaufprogramme voll programmierbar. Der Antrieb lässt sich mit einem DC-Motor für hoch dynamische Anwendungen oder mit einem Schrittmotor in diversen Nema-Größen aufbauen. In jedem Fall ist der Closed-Loop-Antrieb mit integriertem Singleturn-Absolut-Encoder und einer direkt angebauten Schrittmotorsteuerung einfach aufgebaut. Er verfügt über diverse digitale Ein- und Ausgänge und einen analogen Eingang. Trotz der integrierten Einheiten benötigt das kompakte Antriebssystem nur wenig Bauraum.

In der integrierten, programmierbaren Steuerung lassen sich komplexe Programme ablegen und aufrufen. Die Eingangssignale sind in die Programme integrierbar. Die Ausgangssignale können weiteren Einheiten als Eingang dienen. So lassen sich mit den Antrieben eine Reihe von Bewegungen in einer Maschine automatisieren.

Anwendungen in großer Zahl

Die intuitive Programmierung von Abläufen prädestiniert den Antrieb besonders für dezentrale Insellösungen ohne aufwendige übergeordnete Steuerungen. Das Konzept eignet sich besonders für kostengünstige, individuelle Lösungen ab kleinen Serien. Weitere Anwendungen sind Positionierungen, geregelte Dauerläufe oder programmierte Bewegungsabläufe. Beispiele sind Regelventile, Stellventile oder der Antrieb einer Achse mit unterschiedlichen Drehzahlen. Eine besonders interessante Anwendung ist der Austausch pneumatischer Lösungen durch miniaturisierte elektrische Antriebe. Das Potential für den KannMotion ist aber nicht nur industrieller Natur, denn er bewegt fast alles: von Getränkeautomaten über automatisch verstellbare Kopfstützen in ärztlichen Behandlungsstühlen bis hin zu Karottenschälern oder Musikinstrumenten.

Koco Motion auf der SPS 2022: Halle 3, Stand 141


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

KOCO MOTION GmbH

SPS

SPS News