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"Drei Fragen an..." - die Juli-Edition

Die Wege der Antriebstechnik

24. Juli 2020, 10:20 Uhr   |  Tiffany Dinges


Fortsetzung des Artikels von Teil 4 .

ebm-papst: »Integrierte Elektronik optimiert das Gesamtsystem«

Johannes Moosmann ist Geschäftsbereichsleiter Industrielle Antriebstechnik bei ebm-papst.
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Johannes Moosmann ist Geschäftsbereichsleiter Industrielle Antriebstechnik bei ebm-papst.

Als Leiter des Geschäftsbereichs Industrielle Antriebstechnik gehören Vertrieb und Entwicklung der Komponenten unter anderem zu den Aufgaben von Johannes Moosmann. Daraus resultierend kann er im Schulterschluss mit dem Produkt-management Trends anhand der Nachfrage ausmachen und das Unternehmen ebm-papst gezielt darauf einstellen und Gesamtkonzepte entwickeln.

Welche neuen Anwendungsfelder sehen Sie in der Antriebstechnik vor dem Hintergrund der Digitalisierung?

Moosmann: Dezentral gesteuerte und geregelte Antriebssysteme entlasten die zentrale Steuerung und können wertvolle Informationen über den Zustand der Applikation liefern. Das ist die Basis für eine intelligente Optimierung von Verfügbarkeit und Produktsicherheit innerhalb von Maschinen und Applikationen.

Wir erfahren in diesem Zusammenhang auch eine gesteigerte Nachfrage an Antrieben im Bereich der Schutz-Klein-Spannung, das heißt Produkte mit einer Spannungsversorgung < 60 V DC. Die Vorteile dieser DC-Antriebe zeigen sich in der generellen Automatisierungstechnik und insbesondere beim Einsatz von batterieversorgten Applikationen, die ohne Spannungswandler direkt und ohne Verluste an die Leistungsversorgung angeschlossen werden können. Der hohe Wirkungsgrad der Antriebssysteme reduziert den Energieverbrauch und zahlt damit zusätzlich auf die Optimierung des Gesamtsystems ein. Bei Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und weiteren mobilen Anwendungen hilft das geringe Gewicht der Kompaktantriebe außerdem das Gesamtsystem zu optimieren.

Haben Sie bereits intelligente Antriebslösungen für die vernetzte Produktion mit Hinblick auf Industrie 4.0 im Programm oder in Entwicklung?

Moosmann: Unsere Antriebe bringen - bei Bedarf - integrierte Intelligenz mit und das schon seit einer ganzen Weile. Ein Motor mit integrierter Elektronik erfasst und berechnet interne Zustände, wie zum Beispiel Lage-, Temperatur-, Geschwindigkeitsinformationen, Drehmomente, Stromwerte – diese Informationen können bei Bedarf auch dem Kunden helfen, das Gesamtsystem besser zu verstehen und es somit zu optimieren. Dadurch können Themen wie Condition Monitoring und Predictive Maintenance mit unseren kompakten Antrieben sehr gut unterstützt werden.

Welchen Herausforderungen muss sich Ihrer Meinung nach die Antriebstechnik nun noch zeitnah stellen?

Moosmann: Im Zuge der Digitalisierung nehmen das Datenvolumen und dessen Austausch kontinuierlich zu. Intelligente Antriebe müssen in erster Linie die wertvollen vorhandenen Daten richtig aufbereiten und diese dann über das Netzwerk an eine übergeordnete Einheit liefern. In der Antriebstechnik gibt es wenig Standards in Bezug auf den Datenaustausch und kein einheitliches Bus-System, sondern eine große Vielzahl unterschiedlicher Lösungen. Schön wäre es, wenn sich zukünftig Standards mit möglichst großer Verbreitung durchsetzen würden. Dann hätten es unsere Kunden leichter, die vorhandenen Daten zu nutzen.

Der Trend zu kompakten und effizienten Antrieben besteht weiterhin. Rein technisch betrachtet können wir noch effizientere Antriebssysteme umsetzen – Ideen gibt es viele – aber bei solchen Konzepten geht dann die Kostenspirale leider schnell nach oben auf. Daher muss die Beibehaltung eines marktfähigen Preis-Leistungsverhältnis bei jeder Optimierung im Blick behalten werden.

Johannes Moosmann und das Unternehmen ebm-papst im Kurzportrait

Johannes Moosmann ist Geschäftsbereichsleiter Industrielle Antriebstechnik bei ebm-papst.
Gebäude ebm-papst

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1. Die Wege der Antriebstechnik
2. Omron: »Unsere Künstliche Intelligenz arbeitet „on the edge“«
3. Danfoss Drives: »Die Standardisierung des Datenaustauschs wird die Basis für Digitalisierung«
4. Lenze: »Die Königsdisziplin der Digitalisierung ist das Maschinelle Lernen«
5. ebm-papst: »Integrierte Elektronik optimiert das Gesamtsystem«
6. Ziehl-Abegg: »Digitalisierung wird einen höheren Servicegrad ermöglichen«
7. Nord Drivesystems: »Condition Monitoring und Predictive Maintenance für die Anlageneffizienz«

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