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"Drei Fragen an..." - die Juli-Edition

Die Wege der Antriebstechnik

24. Juli 2020, 10:20 Uhr   |  Tiffany Dinges


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Danfoss Drives: »Die Standardisierung des Datenaustauschs wird die Basis für Digitalisierung«

Michael Burghardt ist Head of Product Marketing für Danfoss Drives.
© Danfoss

Michael Burghardt ist Head of Product Marketing für Danfoss Drives.

Nachdem die Entwicklung von Elektromotoren für Michael Burghardt zu seiner Vita gehört, kennt er Antriebe von der Pike auf. Es fällt ihm daher leicht, aktuelle und kommende Entwicklungen der Antriebstechnik einzuschätzen und ihre jeweiligen Notwendigkeiten zu prognostizieren. Seine Einschätzungen.

Welche neuen Anwendungsfelder sehen Sie in der Antriebstechnik vor dem Hintergrund der Digitalisierung?  

Burghardt: Die ursprüngliche Aufgabe der Antriebstechnik wird sich nicht ändern. Sie besteht in einer sicheren, präzisen und effizienten Steuerung der Bewegungsabläufe.
Dabei erfassen moderne Drive Controller bereits heute eine Vielzahl von Daten und leiten diese häufig über einen Feldbus an die übergeordnete Steuerung weiter. Dies kann zu einem hohen Datenaufkommen führen, das sicher transportiert und von einer zentralen Stelle mit hoher Rechenleistung verarbeitet werden will.
Wir sehen, dass intelligente Frequenzumrichter hier sowohl eine Entlastung als auch einen Mehrwert bieten können. Sie verfügen zum einen über eine Vielzahl von Sensoren, die wertvolle Daten liefern als auch über hohe Rechenleistung, die wenn richtig genutzt, diese Daten zu wertvollen Analysen, Meldungen und Prozessen verarbeitet.

Haben Sie bereits intelligente Antriebslösungen für die vernetzte Produktion mit Hinblick auf Industrie 4.0 im Programm oder in Entwicklung?  

Burghardt: Wir haben diese intelligenten Lösungen bereits in unseren Antrieben implementiert. Zum Beispiel im VLT AutomationDrive, einem Frequenzumrichter, der bereits langjährig auf dem Markt ist und ständig durch neue Softwarefunktionen an die Bedürfnisse der Kunden angepasst wird. Mit dem neuesten Update, haben wir dort Funktionen für die Zustandsüberwachung implementiert. Dazu nimmt der Umrichter eine sogenannte Baseline-Messung vor. Diese Messung erfasst definierte Daten des Antriebs im „Gut-Zustand“. Ergeben sich während des Betriebs Abweichungen, zum Beispiel durch Verschleiß, so gibt der Umrichter eine Warnmeldung aus. Zum Beispiel über den Feldbus. Durch seine Edge Intelligence leistet der Umrichter eine ereignisorientierte Überwachung, entlastet die übergeordnete Steuerung und reduziert ungeplante Stillstandzeiten. Neben der eben beschriebenen Überwachung der Anlagenkennlinie kann der VLT AutomationDrive auch bereits die Statorwicklung des Motors überwachen und externe Vibrationssensoren auswerten.

Welchen Herausforderungen muss sich Ihrer Meinung nach die Antriebstechnik nun noch zeitnah stellen?  

Burghardt: Die größten Potentiale der Digitalisierung liegen in der Vernetzung der Systemkomponenten. So können Anlagendaten von verschiedenen Anwendungen und Bereichen ausgetauscht und für Analysen genutzt werden. Damit dies gelingen kann, bedarf es einer Standardisierung für den herstellerübergreifenden Datenaustausch. Die Definition der Merkmale und der Art und Weise wie diese ausgetauscht werden, darin liegt zurzeit eine der größten Herausforderungen. Diese Standardisierung des Datenaustauschs wird die Basis für Digitalisierung von ganzen Anlagensystemen bilden, unabhängig von deren Verarbeitung im Edge-Device, einer Steuerung oder in der Cloud.

Michael Burghardt und das Unternehmen Danfoss im Kurzportrait

Michael Burghardt, Head of Product Marketing für Danfoss Drives
Danfoss Headquarter

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1. Die Wege der Antriebstechnik
2. Omron: »Unsere Künstliche Intelligenz arbeitet „on the edge“«
3. Danfoss Drives: »Die Standardisierung des Datenaustauschs wird die Basis für Digitalisierung«
4. Lenze: »Die Königsdisziplin der Digitalisierung ist das Maschinelle Lernen«
5. ebm-papst: »Integrierte Elektronik optimiert das Gesamtsystem«
6. Ziehl-Abegg: »Digitalisierung wird einen höheren Servicegrad ermöglichen«
7. Nord Drivesystems: »Condition Monitoring und Predictive Maintenance für die Anlageneffizienz«

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