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Elektromobilität / Ökobilanz: E-Autos klimaschädlicher als Diesel-Autos?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

VW: „E-Autos haben ein hohes CO2-Einsparpotenzial!“

Laut VW ist bereits heute bei gleichen Fahrzeugmodellen die Ökobilanz der E-Varianten besser als die der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Der Automobilkonzern stützt sich dabei auf ein „Life-Cycle-Assessment“ (LCA) des ‘Volkswagen Golf’. Bei LCA handelt es sich um ein komplexes und international normiertes Verfahren, über das die Ökobilanz der verschiedenen Fahrzeugversionen mit Elektromotor und Verbrennungsmotor verglichen wird.

Grafik zum Life Cycle Assessment Bildquelle: © Volkswagen

Um die Ökobilanz eines Fahrzeuges zu berechnen, unterteilt Volkswagen das Leben eines Autos in die drei Phasen Produktion, Nutzung und Verwertung.

VW unterteilt für seine Analyse das „Leben“ eines Autos in drei Phasen: Produktion, Nutzungsphase und Verwertung. Zusammenfassend errechnet der Konzern für den aktuellen ‚Golf TDI‘ (Diesel) über den gesamten Lebenszyklus eine Emission von durchschnittlich 140 g CO2/km. Der ‚e-Golf1‘ erreicht einen Wert von 119 g CO2/km.

Dabei entstehen laut VW beim Verbrenner die meisten Emissionen während der Nutzungsphase – das heißt, bei Bereitstellung und Verbrennung des fossilen Kraftstoffes: Der Diesel erreicht 111 g CO2/km. Ein entsprechendes Fahrzeug mit E-Antrieb emittiert in dieser Phase nur 62 g CO2/km, die allein aus der Bereitstellung des Stroms resultieren. Während der Nutzungsphase hängen die CO2-Emissionen von den Quellen bei der Energieerzeugung ab: Sie sinken umso stärker, je mehr regenerative Energien zur Verfügung stehen.

Demgegenüber liegt der Schwerpunkt der Emissionen beim batteriebetriebenen Elektrofahrzeug in der Produktion, so VW. Laut LCA kommt ein Diesel in dieser Phase auf 29 g CO2/km, während für ein vergleichbares E-Fahrzeug 57 g CO2/km ermittelt wurden. Verantwortlich dafür macht der Automobilkonzern die Batteriefertigung und die aufwendige Gewinnung der Rohstoffe: Hier fallen fast die Hälfte der CO2-Emissionen des gesamten Lebenszyklus an.

Weitere Absenkung der Emissionen erwartet

Laut VW haben Elektrofahrzeuge ein hohes CO2-Einsparpotenzial:

Durch die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie und durch die Optimierungen in der Lieferkette sinke die CO2-Menge zur Herstellung der Akkus in Zukunft weiter. In Zahlen ausgedrückt: Die Herstellung der Akkus im Vergleich zwischen ‚e-Golf‘ und dem ersten ‚ID‘-Modell wird um mehr als 25 % pro kWh Batteriekapazität reduziert. Bei Verwendung von regenerativer Energie beträgt das Minderungspotenzial fast 50 %.

Das weitaus größte Potenzial zur weiteren Minderung der CO2-Emissionnen sieht VW bei der Herkunft der Energie währen der Nutzungsphase des Fahrzeuges: Stammt der Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen, sinkt die CO2-Emissionen während der Nutzung des Elektroautos laut VW von 62 g CO2/km – ausgehend vom heutigen EU-Strommix – auf noch 2 g CO2/km ab.

Mit der Verwertung des Fahrzeuges ergeben sich laut VW weitere Möglichkeiten zur Verringerung der CO2-Emissionen: Aus End-of-Life-Batterien – also Batterien, die wegen Alterung nicht mehr ausreichend Energie speichern – lässt sich ein neues Rohmaterial (Black Powder) für die Kathoden von neuen Batterien gewinnen. Hier sieht der Automobilbauer ein Potenzial von bis zu 25 %. Jedoch geht VW von nennenswerten Rückläufen von Batterien für das Recycling im industriellen Maßstab erst gegen Ende der 2020er Jahr aus.