Sie sind hier: HomeFeldebeneAntriebe

Projekt 'DC-Industrie' - Teil 2: Die Energieverteilung und Antriebstechnik im Gleichstromnetz

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Das Thema EMV

Durch die potenzialgetrennte Einspeisung sowie die hochohmige und kapazitive Erdung lassen sich Potenzialsprünge des DC-Netzes gegenüber dem Erdpotenzial vermeiden. Die kapazitiven Umladeströme durch das Schalten der Antriebswechselrichter werden über die dort eingesetzten Y-Kondensatoren abgeleitet, gegebenenfalls erfolgt die Anbindung der Wechselrichter oder Mehrachssysteme an das DC-Netz über EMV-Filter. Die Energieverteilung im DC-Netz findet über ungeschirmte Leitungen oder Schienensysteme statt, da die Handhabung gegenüber einer AC-Lösung vergleichbar sein soll. Ab den Motorwechselrichtern ist das System konventionell aufgebaut. Die ersten Messungen an den im vorausgegangenen Beitrag beschriebenen Modellanwendungen (siehe Artikel „DC statt AC im Produktionsnetz“) des Projekts bestätigen, dass das DC-Netz die selbstgesteckten Ziele für leitungsgeführte Störaussendung mit ungeschirmten Leitungen erreicht.

Innerhalb des Projektes sind vier Modellanlagen mit einem DC-Netz ausgerüstet und werden derzeit erprobt. LTI Motion etwa hat hierbei ein 50-kW-Versorgungsgerät mit sinusförmigen Netzströmen für den Flaschen- und Palettenrundläufer bei der Firma KHS entwickelt. Es versorgt das DC-Netz mit zentraler und dezentraler Antriebstechnik von LTI Motion, Lenze, SEW-Eurodrive, Danfoss und Bauer. In der Modellanlage konnte das Systemkonzept insbesondere in Bezug auf den Energie-Austausch, die Leistungsregelung und die EMV bestätigt werden.