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Industrie 4.0 in der Landwirtschaft: Die 'digitale Verwaltungsschale' der Kartoffel

Wirtschaftsinformatiker der Universität des Saarlandes haben sich zum Ziel gesetzt, die Abläufe bei den Kartoffelbauern und Lebensmittelproduzenten zu optimieren – von der Ernte bis zu den fertigen Chips. Helfen soll dabei unter anderem eine 'schmerzempfindliche' Knolle.

Optimierung der Kartoffelernte, Uni des Saarlandes Bildquelle: © Fotolia / Countrypixel

Bei der Kartoffel-Ernte kann es recht grob zur Sache gehen. Während früher Bauern samt Familie und Helfern auf dem Feld die zartbesaiteten Knollen von Hand aufsammelten, ist heutzutage der Vollernter im Einsatz. Läuft hier etwas schief, rumpeln die Kartoffeln hart über die Rüttelbänder, schlagen an Steine und prallen auf den Förderbahnen aneinander. Davon bekommen die sensiblen Knollen ‚blaue Flecke‘. Das kann ihnen so zusetzen, dass Ernte-Ausfälle die Folge sind.

„Wenn der Landwirt weiß, dass die Kartoffeln zu viele Schläge einstecken, kann er reagieren. Er kann etwa die Geschwindigkeit der Erntemaschine anpassen oder mehr Erde mit aufs Förderband nehmen“, erklärt Dr. Sabine Janzen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Professor Wolfgang Maaß. Maaß und sein Team haben sich zum Ziel gesetzt, künftig für mehr Transparenz rund um die Knolle zu sorgen. Das Entscheidende dabei: Der Bauer muss relevante  Informationen erst einmal bekommen – und zwar rechtzeitig, sprich während der Ernte. Mit ihren Prognosen wollen die Forscher dementsprechend vom Feld an Entscheidungshilfen geben. Sie vernetzen dabei eine Fülle von Informationen – von Landmaschinen-Daten über Preis-Prognosen bis hin zur Zahl und Heftigkeit der Stöße, die die Kartoffel auf dem Förderband einsteckt.