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Maschinenmodularisierung: Motion Control aus dem Baukasten heraus

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Risiken und Restriktionen

Modularisierung von A bis Z zu betreiben heißt, sich von Anfang an eines Baukastens zu bedienen. Baukästen haben jedoch den Nachteil, dass das, was sich darin befindet, eine fest definierte Funktion besitzt – was aber die Flexibilität wiederum entsprechend eingrenzt. Zudem sieht das Ergebnis, welches ein und demselben Baukasten entstammt, nun einmal aus wie aus einem Baukasten. Dieser Effekt macht es schwieriger, sich gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren. Standardisierung bringt darüber hinaus den Effekt mit sich, dass beispielsweise Funktions- und Maschinenmodule fest umrissene Produkteigenschaften haben – und folglich immer das Risiko besteht, dass mehr drin ist, als für eine Applikation eigentlich erforderlich. Deshalb ist es so wichtig, die Module in sich zu skalieren. Und um noch etwas bei der eingeschränkten individuellen Anpassungsfähigkeit zu bleiben: Standardisierung auf Modul-Ebene birgt in der Praxis immer das Problem, dass es eigentlich zu wenig unterschiedliche Module gibt.

Angesichts der eingangs genannten Entwicklungen, die moderne Fertigungen heute mit den Mechanismen einer Industrie 4.0 nehmen, wirken sich auch die Schnittstellen ­limitierend auf die Freiheit im Maschinenbau aus. Wer vorhat zu modularisieren, muss bei den Schnittstellen nun mal einen Gleichklang herstellen – und dieser hat herstellerübergreifend zu klingen, damit sich Module unterschiedlicher Firmen einfach miteinander kombinieren lassen. Unter Schnittstellen sind hier mechanische Kopplungen genauso zu verstehen, wie die Anfangs- und Endpunkte einer Kommunikation. Auch wenn der Einsatz standardisierter Kommunikation und die Programmierung mit ebenfalls standardisierten beziehungsweise normkonformen Sprachen sicher die Freiheit bei der Arbeit beschränkt, so eröffnet sich damit der Weg, Maschinen unterschiedlicher Hersteller später zu einer effektiven Gesamtproduktion zu verbinden.