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Exoskelett-Konzept: Was steckt hinter dem 'Chairless Chair'

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Erste Tests bei Audi

Beweglichkeit durch Gelenk, Faulhaber Bildquelle: © Noonee

Ein Gelenk auf Kniehöhe sorgt für Beweglichkeit.

Die erste Prototyp-Generation wurde im Audi-Werk in Neckarsulm im Pra­xiseinsatz getestet. Die daraufhin optimierte Variante beweist derzeit im Werk in Ingolstadt im Dreischichtbetrieb ihre Praxistauglichkeit. Die Manager hatten dabei zunächst mit Skepsis bei den Mitarbeitern gerechnet. Stattdessen wollten diese freiwillig bei dem Versuch mit­machen. Die Bedienung zu lernen, hat jeweils nur wenige Minuten gedauert.

Aufbau des stuhllosen Stuhls, Faulhaber Bildquelle: © Noonee

Der Aufbau des ,stuhllosen Stuhls' (Chairless Chair): Eine stützende Strebe, die an ihrem oberen Ende zugleich als Sitz­fläche dient, wird an der Rück­seite eines jeden Beins befestigt.

Der Aufbau des 'stuhllosen Stuhls' ist einfach zu verstehen: Eine stützende Strebe, die an ihrem oberen Ende zugleich als Sitzfläche dient, wird an der Rückseite eines jeden Beins befestigt. Bei den Prototypen bestand diese Strebe aus Titan. Sie könnte künftig aber aus Karbonfaser und dadurch noch leichter sein. Ein Gelenk auf Kniehöhe sorgt für Beweglichkeit, das Stoßdämpfer-Element hinter dem Unterschenkel kann per Knopfdruck stufenlos blockiert werden, wenn der Benutzer sich hinsetzen will.

Stoßdämpfer Element, Faulhaber Bildquelle: © Noonee

Das Stoßdämpfer-Element hinter dem Unterschenkel kann per Knopfdruck stufenlos blockiert werden, wenn der Benutzer sich hinsetzen will.

Der 'stuhllose Stuhl' lässt sich mit Gurten an Hüfte, Knien und Knöcheln befestigen. Im Sitzen wird dann der Gewichtsdruck direkt in den Boden geleitet. Beine und unterer Rücken sind entlastet. Das ganze Kon­strukt wiegt nur wenige Kilogramm, lässt sich leicht anlegen und stört auch beim Gehen kaum.

Für die Bewegung sind weiterhin die menschlichen Beine zuständig - ein Vorteil gegenüber aktiven Exoskeletten, die durch 'Überentlastung' eine Rückbildung der Muskeln auslösen können. Die Nutzer können sich nun jederzeit und überall hinsetzen, zum Beispiel während sie Teile an einem Fahrgestell befestigen. Sie können sich frei bewegen und haben ihre Sitzgelegenheit trotzdem immer zur Verfügung.