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Exoskelett-Konzept: Was steckt hinter dem 'Chairless Chair'

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Durch Entlastung Fachkräfte halten

Die Beschwerden, die durch langes Stehen verursacht werden, kannte Gunura aus eigenen Erfahrungen, die er während eines Studentenjobs bei einem Verpackungsdienstleister in England machte. "Besonders die älteren Kolleginnen hatten ihre Mühe. Den Ausruf 'oh my legs' habe ich dort jeden Abend gehört", erinnert er sich. Dass dieses Problem auch das Management großer Konzerne beschäftigt, erfuhren die beiden Gründer bei einem Workshop für Start-up-Unternehmer an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH). Hier gehörte es zu den Übungen, potenzielle Kunden anzurufen und nach deren Interesse an einem Produkt zu fragen. "Der Workshop-Leiter hat eine Nummer eingetippt und uns den Hörer gereicht, mit dem Hinweis, dass jemand von einem der größten Autohersteller der Welt abnehmen würde", erzählt Keith Gunura.

Zur Überraschung der beiden Gründer trafen sie bei diesen Telefonaten nicht auf Skepsis, sondern auf großes Interesse, obwohl sie noch nicht einmal einen Prototyp vorweisen konnten. Und selbst als der erste Prototyp bei der ­Vorführung versagte, fragten die Auto-Manager nur, wann man sich wieder treffen könnte. "Besonders die deutschen Unternehmen sehen die demografische Entwicklung und die zunehmende Knappheit der Fachkräfte als eine zentrale strategische Herausforderung", erklärt Keith Gunura das große Interesse der potenziellen Anwender. "Sie wollen unbedingt etwas tun, um ihre Fachkräfte in der Produktion zu entlasten und die Voraussetzung schaffen, dass die Mitarbeiter länger aktiv bleiben können."