Gegen Rassismus und Ausgrenzung

dpa | Andrea Gillhuber,

Forderung nach klaren Zeichen gegen Hass und Gewalt

Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich zunehmend angegriffen und unsicher. Mehrere Organisationen fordern nun klare Signale für gesellschaftlichen Zusammenhalt – besonders von der Politik.

© kp yamu Jayanath/Pixabay

Magdeburg (dpa/sa) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen-Anhalt und eine Reihe weiterer Organisationen fordern von Politik und Gesellschaft klare Signale gegen Rassismus. „Wir nehmen nicht hin, dass Menschen mit Migrationserfahrung - darunter viele Kolleginnen und Kollegen - unter Generalverdacht gestellt, bedroht und angegriffen werden“, sagte DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer. „Politik und Gesellschaft müssen sich klar gegen den ausufernden Rassismus stellen.“ 

Nötig sei ein Miteinander. Die Gesellschaft brauche Menschen mit Migrationshintergrund - vom Straßenbahnfahrer bis zu Ärzten, Pflegekräften und Mitarbeitern in der Hotellerie und Gastronomie. „Da erwarte ich von den Arbeitgebern klare Worte, dass wir ein Klima in dieser Gesellschaft brauchen, wo alle willkommen sind, wo man sich wohlfühlt und sicher.“ Das müsse für alle gelten, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Appell: Migration nicht zum Hauptthema im Wahlkampf machen

Wiedemeyer appellierte mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr an die Politik, das Thema Migration nicht zum Hauptthema zu machen. „Das ist eigentlich nicht unser Problem, wir haben ganz andere Probleme in diesem Land.“ Dazu gehörten hohe Energiekosten, die Industrie habe Probleme und wandele sich. Die DGB-Chefin forderte, dass Landespolitiker häufiger zu Migranten und Migrantenorganisationen gehen und mit ihnen reden. 

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Stefanie Mürbe vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt berichtete, zugewanderte Menschen erlebten zunehmend Ablehnung und Anfeindungen - unter anderem seit dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Der Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa), Mamad Mohamad, fasste zusammen, es gebe vermehrt Übergriffe, Bedrohungen, Hakenkreuze, beschmierte Klingelschilder. Menschen mit Migrationshintergrund trauten sich am Abend nicht mehr, nach draußen zu gehen. 

Deutschland und Sachsen-Anhalt brauchen ausländische Fachkräfte

Der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, Krzysztof Blau, betonte, nötig sei eine gute Stimmung, denn die Menschen, die Deutschland und Sachsen-Anhalt brauchten, kämen freiwillig. „Wir sprechen Menschen an, die weltweit unterwegs sind, die sich im Internet über den Standort informieren. Das Ziel wäre, dass wir in Sachsen-Anhalt eines der freundlichsten Aufnahmeländer für Fachkräfte sein sollten. Das wäre Agenda - vielleicht - 2026.“ Mamad Mohamad sagte: „Die zentrale Herausforderung ist, Integrationsförderung und Zuwanderungskontrolle in Balance zu bringen.“

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