Siemens: Das Mindsphere-Update

Auf der SPS IPC Drives 2017 machte Siemens deutlich: Die Stunde der Industrie-4.0-Umsetzung ist gekommen. Dabei helfen soll vor allem die neue Mindsphere-Version, die ab Januar 2018 verfügbar ist.

Klaus Helmrich von Siemens Bildquelle: © Siemens

Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG: „Wir haben hohen Respekt vor den Geschäftsmodellen unserer Kunden und unserer Partner.“

Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, stellte gleich zu Beginn der Pressekonferenz klar: „Mit dem Digital-Enterprise-Portfolio sind die technischen Voraussetzungen für Industrie 4.0 geschaffen. Für die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 braucht es jetzt ein erweitertes Modell der respektvollen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit: Großunternehmen liefern Plattformen und Komponenten, mittelständische Unternehmen entwickeln darauf eigene Lösungen und Geschäftsmodelle und die Endkunden integrieren diese in ihre digitale Wertschöpfungskette.“ 

Auf diesem Weg will Siemens mit neuen Produkten beziehungsweise Updates unterstützen – wie etwa mit der neuen Mindsphere-Version 3.0, die das Unternehmen im Januar 2018 auf den Markt bringen will und erstmals auf ‚Amazon Web Services‘ (AWS) verfügbar ist. Dabei sind laut Helmrich drei Erweiterungen wesentlich und entscheidend. „Erstens: Wir haben jetzt die API mit der kompletten Unterstützung für die Entwicklercommunity – jeder kann auf der Basis seiner Applikationen entwickeln und bekommt dafür die entwicklungstechnische Unterstützung und die Tools. Zweitens haben wir auf der Connectivity-Ebene, also wie man Komponenten oder Legacy- beziehungsweise Fremdsysteme kommunikativ einbindet, ein extrem breites Band an Kommunikationsprotokollen – natürlich vorneweg OPC UA und Modbus. Außerdem wurden zusätzliche Analysefunktionen implementiert.”

Weiter gab Siemens eine Partnerschaft mit der Software AG bekannt, die das IoT-Betriebssystem Mindsphere stärken soll. Hierfür stellt die Software AG skalierbare Komponenten ihrer Digital Business Platform bereit. So soll die Anwendungs- und Gerätemanagement-Technologie sowohl die zentrale Vernetzung von Geräten als auch eine Steuerung über die Cloud ermöglichen und somit die skalierbare und flexible Verwaltung eines Netzwerks aus Millionen von Endgeräten bieten – zukünftig auch im Bereich Edge-Analytics. Zudem lassen sich mit der Application-Connectivity-Technologie unterschiedliche Geschäftsapplikationen entlang der Wertschöpfungskette integrieren. Auch die IoT-Plattform Adamos greift auf die Technologie der Software AG zurück.

Zur Angst vieler Anwender „Siemens nimmt meine Daten“, bezog Helmrich ebenso Stellung. „Es ist nicht richtig, dass wir die Daten von unserer Kunden nehmen oder Applikationen für den Maschinenbau entwickeln, aber es ist sehr wohl richtig, dass wir auch Applikationen schreiben.“ Allerdings nur dann, betont Helmrich, wenn Siemens selbst als OEM agiert.