Kennzahlen: KPIs im Automatikmodus

Häufig zeichnen Unternehmen wichtige Kennzahlen noch per Hand auf, um einen Überblick über ­relevante Produktionskenn­zahlen zu erhalten. Eine vollautomatische KPI-Berechnung liefert verlässliche, nachvollziehbare Kennzahlen in Echtzeit – für mehr Transparenz in der Produktion.

KPI-Berechnung, T&H Bildquelle: © Fotolia/Sashkin

Kennzahlen können ein wichtiges und nützliches Steuerungsinstrument in der Produktion sein – zu­mindest unter der Voraussetzung, dass sie zeitnah erfasst und auf gleicher ­Datenbasis berechnet werden. Doch der Status quo sieht noch anders aus: Häufig notieren Unternehmen Pro­duktionsdaten auf Karten und Lauf­zetteln und übertragen diese später – wenn es gut läuft zum Ende der Schicht – in eine Excel-Tabelle. Für einige Kennzahlen mag diese Erfassung heute noch ausreichend sein, aber für die Steuerung einer modernen Smart Factory reicht das zukünftig nicht mehr aus.

Die Frage ist daher: Wie kommen Unternehmen zu einer intelligenten, hochautomatisierten Kennzahlenerfassung? Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, welche Kennzahlen nötig sind. Was sind die Ziele und was ist der Anwendungsbereich? Wichtig  ist es auch, vorab den eigenen Status quo zu ermitteln. So brauchen sich Unternehmen noch nicht über die Gesamtanlageneffektivität (OEE = Overall Equipment Effectiveness) zu unterhalten, wenn noch keine Basis geschaffen wurde, um die Maschinenzustände zu erfassen.

Anschließend gilt es, die Grundlagen zu schaffen. Es werden eine stabile Maschinenkopplung für technische Signale (MDE) und Terminals für manuelle Nachqualifikationen (BDE) benötigt. Zudem ist die Datenqualität der Stammdaten und Schichtmodelle entscheidend, welche über eine Schnittstelle aus dem ERP importiert werden sollten. Eine weitere Grundvoraussetzung ist, seine Mitarbeiter zu schulen und die Daten zu validieren. Denn die Mitarbeiter müssen sich auf die Kennzahlen absolut verlassen können, sonst wird das Kennzahlensystem insgesamt in Frage gestellt und nicht akzeptiert. Ist ein Kennzahlensystem implementiert, ist es notwendig, dass die Kennzahlen systematisch verwendet werden und nicht in einem digitalen Ordner ‚verstauben‘. Also gilt es, organisatorisch kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) zu implementieren.