Cebit 2015: Startschuss für die 'neue' Plattform Industrie 4.0

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, haben auf der Cebit gemeinsam den Startschuss zur Gründung der 'neuen' Plattform Industrie 4.0 gegeben und deren Leitung übernommen.

Sigmar Gabriel Bildquelle: © Dominik Butzmann / SPD

Sigmar Gabriel: "Mit der Neuausrichtung der Plattform wollen wir schnell zu ersten Ergebnissen kommen, damit diese in konkreten Anwendungsbeispielen von den Unternehmen getestet und anschließend in Geschäftsmodellen umgesetzt werden können."

Nach geleisteter Vorarbeit der Verbändeplattform Industrie 4.0 des VDMA [1], ZVEI [2] und Bitkom [3] soll das Thema Industrie 4.0 nun auf eine breitere politische und gesellschaftliche Basis gestellt und sowohl thematisch als auch strukturell neu ausgerichtet werden. Neue Themen wie Sicherheit vernetzter Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen, Arbeit/Aus- und Weiterbildung erfordern Gabriel zufolge einen Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Das Leitungsgremium der Plattform wird neben Bundesforschungsministerin Wanka und Bundeswirtschaftsminister Gabriel mit Vertretern aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Wirtschaft besetzt. Ein Strategiekreis mit Vertretern aus Bundesressorts, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Bundesländern wird die Aufgabe der politischen Steuerung sowie die Rolle von Multiplikatoren übernehmen. Ein Lenkungskreis, bestehend aus Unternehmern, den Leitungen der Arbeitsgruppen und unter Beteiligung des Bundesforschungsministeriums und Bundeswirtschaftsministeriums, wird als Entscheidungsgremium für die Strategieentwicklung, technische Koordinierung und Umsetzung verantwortlich sein.

Neben der bisherigen Verbändeplattform Industrie 4.0 sollen Gabriel zufolge unter dem Dach der erweiterten Plattform auch zwei weitere Aktivitäten koordiniert werden: zum einen das Vorhaben "Industrial Data Space" [4] unter Federführung der Fraunhofer Gesellschaft und zum anderen das gemeinsame Industrie-4.0-Konsortium [5] von Telekom und SAP.

Struktur der neuen Plattform Industrie 4.0 Bildquelle: © Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Die Struktur der künftigen Plattform Industrie 4.0

Die erweiterte Plattform Industrie 4.0 hat ihre inhaltlichen Schwerpunkte zunächst in fünf Arbeitsgruppen: Referenzarchitektur, Standardisierung und Normung; Forschung und Innovation; Sicherheit vernetzter Systeme; Rechtliche Rahmenbedingungen; Arbeit, Aus-/Weiterbildung. Erste Ergebnisse der bisherigen Verbändeplattform sowie Ausblick, Zielrichtung und Agenda der künftigen Plattform Industrie 4.0 sollen bei deren Auftaktveranstaltung am 14. April 2015 auf der Hannover Messe vorgestellt und diskutiert werden.

Im Rahmen der Pressekonferenz auf der Cebit äußerte sich Bundesminister Sigmar Gabriel bereits wie folgt: "Der Startschuss der Plattform Industrie 4.0 zeigt, dass alle relevanten Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik bei dem für unseren Wirtschaftsstandort so wichtigen Thema Industrie 4.0 an einem Strang ziehen. Unser Ziel ist es, Industrie 4.0 zu einer Erfolgsgeschichte für Deutschland zu machen und unser Land als Leitanbieter für cyber-physische Produktionssysteme zu etablieren. Als Fabrikausrüster der Welt bietet unsere Wirtschaft dafür sehr gute Voraussetzungen." Für die Umsetzung von Industrie 4.0 in Deutschland sei es zudem wichtig, dass gerade mittelständische Unternehmen stärker in die Lage versetzt werden, die Chancen von Industrie 4.0 zu nutzen. "Dafür müssen wir die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnik verbessern und haben gerade die Forschung in diesem Bereich verstärkt", so Wanka.