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Nachgehakt bei Dr. Eric Maiser: Maschinenbau trifft Start-ups

Start-up-Firmen und Maschinenbaubetriebe zusammenbringen: Das ist das Ziel einer neuen VDMA-Gruppierung, die Ende August startete. Dr. Eric Maiser, Leiter VDMA Future Business, erläutert die Beweggründe und definiert die Ziele.

Eric Maiser, VDMA Bildquelle: © VDMA

Dr. Eric Maiser: 'Start-ups sind zunehmend wichtige Partner für die Zukunfssicherung etablierter Unternehmen'.

Herr Dr. Maiser, aus welcher Motivation heraus ist das Projekt ‚Startup-Machine‘ gestartet?
■ Machine Learning, Augmented Reality, Drohnen oder Blockchain – das sind nur einige der Trends, die für Maschinen- und Anlagenbauer immer wichtiger werden und die meist von Start-ups umgesetzt werden. Start-ups bringen bei Trendthemen aber oft nicht nur neue Technologien, sondern auch neue Arbeitsweisen ein, die für die gesamte Industrie sehr wertvoll sein können, etwa Fablabs, Coworking-Spaces oder agile Teams. Umgekehrt ist der Maschinen- und Anlagenbau eine riesige Anwenderindustrie mit sehr breitem Anwenderspektrum, die von den meisten Start-ups nicht als naheliegender Kunde wahrgenommen wird. 

Beide Seiten können voneinander profitieren. Die Vielzahl von Themen und Playern in der Start-up-Community sind allerdings schwer zu überschauen. Start-up-Scouting und -Dienstleistungen sind bisher nicht auf den Maschinenbau spezialisiert. Wie finden also die Unternehmen passende Partner, wie wird die Zusammenarbeit fruchtbar und was sind Erfolgsrezepte aus anderen Indus-trien? Unsere Motivation war, diese Fragen zu beantworten. 

Welche Services sind schon verfügbar und welche folgen?
■ Bereits in der Vergangenheit bot der VDMA Start-up- Aktivitäten in den einzelnen Fachbereichen und Querschnitts­abteilungen an – von Industrie-4.0-Hackathons mit konkreten ­Fachbezügen beispielsweise aus dem Textil- oder Kunststoffmaschinenbau, über Speed-Dating mit Maschinenbauern aus dem Bereich Elektronik und Mikrotechnik bis hin zu Skunkwork bei Robotik und Automation oder Start-up-­Arbeitsweisen mit Firmen aus Baden-­Württemberg. Mit VDMA Startup-Machine haben wir erstmals einen zentralen Anlaufpunkt geschaffen. 

Die Startup-Machine soll aber nicht nur bestehende Aktivitäten vereinen, sondern auch als Inkubator für Neues dienen. Ziel ist es, mit einem Start-up-Radar einen umfassenden Überblick über die Maschinenbau-relevanten Player der Szene und deren Produkte zu schaffen. Zudem sollen neue Kooperationskonzepte und weitere Veranstaltungsformate wie Digital Innovation Journeys und Hands-on Training ausgewählte Start-ups mit Maschinenbauern zusammenbringen. Wir bieten damit Matchmaking mit Maschinenbau-Relevanz. 

Und wie wollen Sie die richtigen Start-ups finden beziehungsweise deren Interesse wecken?
■ Wir haben bereits mit einer ganzen Reihe von Start-ups zusammengearbeitet und so Aufmerksamkeit erzeugt. Auch über unsere Veranstaltungen und unsere Kontakte zu den Netzwerken der Universitäten und Fraun-hofer-Institute, Banken oder Messegesellschaften bekommen wir Zugang zu neuen Firmen aus der Szene. 

Uns fehlt aber bisher eine umfassende Sichtbarkeit in der Start-up-Community – für den Verband und für die Branche Maschinenbau insgesamt – im globalen Rahmen. Deshalb sondieren wir derzeit eine Kooperation mit einer Organisation, die über ein großes internationales Start-up-Portfolio verfügt. Ziel ist es dann, aus einem großen Pool diejenigen Start-ups zu finden, die interessant für unsere Mitglieder sind. 

Wie sieht die Roadmap für die Zukunft aus?
■ Mit der Ankopplung von VDMA Startup-Machine an das Competence Center Future Business, unserem Think Tank für den Maschinen- und Anlagenbau, ist die Verbindung zu Zukunftsthemen gesichert. Dort spüren wir aktuelle Trends für den Maschinenbau auf und machen vor allem komplexe Themen mit großem Veränderungspotenzial für die Firmen greifbar. Mit VDMA Corporate Foresight kümmern wir uns außerdem um Strategien, wie Technologievorschau in den Unternehmen umgesetzt werden kann, und geben Antworten auf Unwägbarkeiten in Zeiten des disruptiven Wandels. 

Für Startup-Machine und Future Business haben wir eigene Task Forces aufgebaut, in denen beteiligte Fachverbände, Querschnittsabteilungen und Landesverbände mitarbeiten. Durch sie stellen wir eine breite Wissens- und Kommunikationsbasis sicher und können frische Ideen einspeisen. Die Task Forces sind damit ein Netzwerk von Kompetenzen in den unterschiedlichen Clustern und Querschnittsfragen des Maschinenbaus und seinen Anwenderindustrien im VDMA. Mit diesem Ansatz können wir die Maschinenbaubranche vorausschauend weiterbringen.