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SPS-Programmierung: Integriertes 3D-Engineering in der IEC-61131-Umgebung

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Die Schritte zum 3D-Engineering

Mit dem Depictor sind bereits wertvolle Grundlagen geschaffen, um die Vi­sion des OPAK-Projekts in die prak­tische Anwendung zu bringen. Für echtes 3D-Engineering sollte die Entwicklung der Steuerungsapplikationen jedoch auf die Betrachtung der funk­tionalen Einheiten der Maschine re­duziert werden können.

Mit der optionalen Add-On-Komponente ‚Application Composer‘ verfügt das IEC-61131-3-System bereits über eine Zusatzfunktionalität zur Projektierung der Gesamtapplikation auf Basis von Funktionsmodulen. Darin stellt sich der Anwender aus diesen Modulen seine Steuerungsapplikation in einem funktionalen Baum zusammen. Die passenden Module für seine Applikation bekommt er entweder von den ­Herstellern der eingesetzten mecha­tronischen Automatisierungskomponenten oder er erzeugt sich solche Module direkt in Codesys  selbst. So kann er beispielsweise mehrere Komponenten zu einem einfach wiederverwendbaren Subsystem zusammenzufassen. Die Composer-Funktionalität ist damit ein wichtiger Bestandteil für die Erreichung der Teilziele des OPAK-Projekts.

Ein nächster Schritt für die ­Realisierung der eingangs genannten Vision wird sein, dass jedes Com­poser-Modul zusätzlich zu seiner funktio­nalen Beschreibung das passende 3D-Depictor-Modell mitbringt. So kann durch eine räumliche Zusammen­stel-lung der Module anhand dieser Mo­delle der gesamte Maschinen- oder ­An­lagenprozess funktional zusammengebaut werden. Weil jedes Modul dann nicht nur das optische Modell, ­sondern auch Funktion und Schnittstellen beinhaltet, entsteht somit durch grafische Konfiguration die ­vollständige Maschinenapplikation. Kurzum: Der Anwender muss ­keinen IEC-61131-3-Code mehr pro­gram­mieren – per Generator wird aus dem hin­terlegten IEC-61131-3-Code in den ­Modulen eine voll ablauffähige ­Applikation zusammen­gebaut, die er dann ­sofort auf die ­ausgewählte Steuerung über­tragen kann.