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SPS-Programmierung: Integriertes 3D-Engineering in der IEC-61131-Umgebung

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Der Nutzen der 3D-Darstellung

Wie in Bild 3 ersichtlich, kann der Anwender mit Hilfe solcher Szenen den Maschinenablauf realistisch darstellen. Im Gegensatz zu separaten 3D-Visualisierungstools kann er dabei in derselben Oberfläche bleiben, in der er auch seine Steuerungsapplikation erstellt hat. Durch die direkte Verknüpfung mit dem IEC-61131-3-Programm zeigt ihm die 3D-Ansicht genau das an, was seine Applikation ausführt – und das bereits, bevor er auf der realen ­Maschine oder Anlage testet.

Visualisierung einer Fertigungsstraße, 3S Bildquelle: © 3S-Smart-Software

Bild 3. 3D-Visuali­sierung einer Fertigungsstraße innerhalb eines IEC-61131-3-Projekts.

Zwar werden physikalische Zusammenhänge der Mechanik nicht simuliert und berücksichtigt (etwa Kolli­sionen); die Depictor-Darstellung ermöglicht aber dennoch eine Vorab­diagnose sehr ähnlich zu einer typischen 3D-Simulation. Die Integration in der gewohnten IEC-61131-3-Oberfläche versetzt also auch SPS-Programmierer ohne Erfahrung mit CAD-Tools in die Lage, Maschinenanimation zu erzeugen. Diese ­Animationen sind vielfältig verwendbar, zum Beispiel

■ zur Optimierung der Prozessabläufe der Maschine oder Anlage,
■ als Funktionsstudie,
■ als Besprechungsgrundlage für ein Projekt- oder Vertriebs-Meeting oder auch
■ zu Ausbildungszwecken oder zur ­Anwendungsschulung.

Zugegeben: Im Bereich der physikalischen Simulation können spezielle 3D-Simulationswerkzeuge sicherlich mehr leisten. Im Vergleich zum schnellen und einfachen Modellieren mit dem Depictor haben sie jedoch deutliche Nachteile:

■ Sie werden typischerweise nur von erfahrenen 3D-Designern beherrscht, nicht aber von Anwendern der Automatisierungstechnik.
■ Zur Simulation der Abläufe muss die Funktionalität der Maschine oder Anlage im

3D-Simulationstool nachimplementiert werden. Im Normalfall besteht keine Möglichkeit, die simulierte Funktion für die Verwendung in der Steuerung zu übertragen, oder  – umgekehrt  – die reale SPS-Funktion im Simu­lationstool zu verwenden.