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Phoenix Contact: Investment-Gesellschaft soll Innovationen fördern

Phoenix Contact hat zum Jahresbeginn eine Investment­gesellschaft zur Förderung von innovativen Firmengründern ins Leben gerufen. Was steckt dahinter? Marcus Böker, einer der Geschäftsführer, bezieht Stellung.

Marcus Böker von Phenox Contact Innovation Ventures Bildquelle: © Phoenix Contact

Marcus Böker, Geschäftsführer Phoenix Contact Innovation Ventures: "Wir wollen auch außerhalb des Kerngeschäftes keinen Trend übersehen."

Herr Böker, was hat Phoenix Contact [1] genau dazu veranlasst, die Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH zu gründen?

Die Intention zur Gründung der Gesellschaft liegt in den sich immer schneller verändernden Umfeldbedingungen in der Elektroverbindungs- und Automatisierungstechnik. Ziel der neuen Gesellschaft ist es – wie der Name bereits sagt – in Innovationen zu investieren, um diese gemeinsam mit dem Unternehmer zur Geschäftsreife zu entwickeln. Das heißt, wir investieren Kapital, Know-how und unser Netzwerk in zukunftsträchtige Unternehmen, die einen weitestgehenden Bezug zum Produkt- und Lösungsportfolio von Phoenix Contact haben. Gemeinsam mit den Ideengebern sollen schließlich Geschäftsmodelle entwickelt werden, die am Markt Erfolg versprechen und die Herausforderungen von morgen lösen.

Phoenix Contact verfügt doch bereits selbst über eine schlagkräftige Entwicklungsmannschaft und ist stark in unterschiedlichsten Forschungsprojekten zum Beispiel mit Hochschulen und Instituten engagiert. Liefern diese nicht genug ‚Stoff‘ für Innovationen?

Beide Punkte sind vollkommen richtig und werden auch in der Zukunft weiterhin so in Anspruch genommen. Über die eigenen Entwicklungsabteilungen und Forschungsprojekte hinaus, die sich schwerpunktmäßig mit den Kernprodukten und Lösungen und deren zukünftigen Entwicklung beschäftigen, sehen wir jedoch viele neue Innovationen am Markt, die bei Phoenix Contact derzeit nicht im unmittel­baren Fokus stehen. Genau durch diese neuen Impulse und Herangehensweisen erwarten wir uns eine positive Signalwirkung für das Unternehmen, um außerhalb des normalen ‚Kerngeschäftes‘ keinen Trend zu übersehen. Darüber hinaus werden viele Innovationen erforscht, jedoch fehlt in Deutschland häufig die Förderung von kreativen Unternehmern durch finanzielle Mittel und Know-how.

Wer steht genau hinter der neuen Investmentgesellschaft und wie soll die Suche nach Innovationen im Detail ablaufen?

Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz am Standort Blomberg. Neben meiner Person ist mit Andreas Rau ein zweiter Geschäftsführer bestellt sowie ein weiterer Mitarbeiter beschäftigt.

Im Sinne von Technologie-Scouting wird es unsere Aufgabe sein, Produktentwicklungen, Dienstleistungen und neuartige Materialien zu identifizieren beziehungsweise diese dann auf deren Kompatibilität und Belastbarkeit zu bewerten. Darüber hinaus sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen präsent sowie über unser Netzwerk in wichtigen Bereichen vertreten, um mit Unternehmern und Gründern dauerhaft in Kontakt zu sein.

Was ist Voraussetzung, damit Phoenix Contact in eine auf diese Weise identifizierte Innovation investiert?

Die Innovation sollte eine Lösung entweder in der Elektroverbindungstechnik, Automatisierung und Steuerungstechnik, Digitalisierung oder in angrenzenden Märkten sein. Die Branche, in der sie zum Einsatz kommt, ist dabei nachrangig. Weitere wesentliche Kriterien sind ein vorhandener Prototyp, ein belastbarer Business-Plan sowie bevorzugt die deutschsprachige Region. Auch bei Folge-Finanzierungen von Unternehmen werden wir uns engagieren.

Warum der Standort Deutschland? Gibt es nicht auch im Ausland – zum Beispiel in den USA – viel Potenzial für neue Ideen? Man denke beispielsweise nur an die Schlagworte 'Internet of Things' oder 'Industrie 4.0'!

Selbstverständlich gibt es insbesondere in den USA, wo Unternehmensgründung und Start-up-Finanzierung bereits die Regel sind, viele spannende Möglichkeiten. Insbesondere zum Start der neuen Gesellschaft wollen wir jedoch den Fokus und das Potenzial, welches im deutschsprachigen Raum vorhanden ist, nutzen und ansprechen, um speziell den Technologiestandort Deutschland weiter zu stärken. Auch die von Ihnen genannten Themen werden bereits in Deutschland durch eine Vielzahl von kleinen Unter­nehmen erfolgreich angegangen. Andererseits verschließen wir uns aber auch nicht vor ausländischen Innovationen, sprechen diese aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht proaktiv an.

In welcher Art erfolgt dann letztlich die Investition in eine neue Innovation beziehungsweise die dahinter stehenden Ideengeber?

Die Phoenix Contact Innovation Ventures finanziert mit ihrem Beteiligungseinstieg die nächste Stufe der Unternehmensentwicklung. Wir agieren mit unserem finanziellen Investment grundsätzlich als Minderheitsgesellschafter, um dann aus einer unterstützenden Funktion dem Unternehmer während der gesamten Investitionszeit zur Seite zu stehen.

Von welchen Summen sprechen wir hier konkret?

Die Investitionshöhe richtet sich verstärkt nach der Phase, in der sich das Unternehmen befindet. Wir werden mindestens 100.000 Euro bis maximal 2,5 Mio. Euro pro Investitionsrunde investieren. Auch aussichtsreiche Folge-Finanzierungen werden weiter unterstützt bis zu einer maximalen Höhe von 2,5 Mio. Euro. Insgesamt kann die Gesellschaft auf einen zweistelligen Millionenbetrag zurückgreifen, der ausschließlich für innovative Geschäftsideen der Zukunft zur Verfügung steht.