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Mobile Automation: High-Tech in mobilen Arbeitsmaschinen

Mobile Arbeitsmaschinen bieten für die Zulieferindustrie aus Hydraulik und Elektronik auch in Zukunft einen wichtigen Markt. Allerdings hat sich dieser Markt gewandelt. Die Hersteller von Hydraulik und Elektronik müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

Mobile Arbeitsmaschinen, Stieler Bildquelle: © Stieler

In den letzten Jahren hat eine Verlagerung der globalen Absatzschwerpunkte für mobile Arbeitsmaschinen stattgefunden: Während Maschinenhersteller in Europa und Nordamerika über Jahrzehnte hinweg attraktive Verkaufsmöglichkeiten für Zulieferer boten, haben Asien – vor allem China – und Südamerika – mit Brasilien – in den vergangenen sieben Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Zudem wird in absehbarer Zeit das größte Wachstum entlang des Äquators stattfinden, während die Nachfrage in Europa weiterhin schwach bleibt. Deshalb bauen Hersteller von mobilen Arbeitsmaschinen derzeit ähnliche globale Strukturen auf wie die Automobilindustrie. Entsprechend ist abzusehen, dass diese Unternehmen zukünftig Partner mit einer globalen Präsenz bevorzugen. Zulieferer für mobile Arbeitsmaschinen müssen sich daher stärker auf die Globalisierung einlassen und rund um den Globus präsent sein – insbesondere in Ländern wie China, Brasilien, der Türkei und zunehmend in Süd-Ost-Asien.

Aktuelle Beispiele für diese Entwicklung sind:
■ Argo-Hytos erwarb vor kurzem eine Mehrheitsbeteiligung an AT Automação Industrial in Jarinu (São Paulo, Bra­silien). Seit Januar 2014 existiert auch eine Argo-Hytos-Niederlassung in Istanbul, Türkei.
■ Bosch Rexroth kündigte im Jahr 2014 zwei Übernahmen an: Den Erwerb von Hytec Holdings (Pty) Limited, einem der führenden Anbieter und Hersteller von Hydraulik- und Automatisierungskomponenten und Fluidlösungen in Afrika. Darüber hinaus plant Bosch Rexroth den Geschäftsbereich Hydraulik der ‚Maestranza Diesel SA‘ in Chile zu übernehmen.
■ Linde Hydraulics kündigte im Mai 2014 eine strategische Allianz mit der italienischen Firma PMP Industries, Hersteller von Energieübertragungs- und Fluidtechnik, an. Auch verkündete das Unternehmen Linde, seine im Jahr 2010 gestartete weltweite strategische Allianz mit Eaton zu vertiefen. Darüber hinaus kündigte Linde an, die Mittel des neuen chinesischen Eigentümers Weichai nicht nur für den Bau einer neuen Fabrik in Deutschland zu nutzen, sondern auch, um seine Vertriebsaktivitäten in China auszubauen.
■ Parker Hannifin eröffnete im Jahr 2013 ein neues Werk für die Herstellung von Filtrationslösungen, Pneumatik und Antriebstechnik sowie Dichtungsprodukten in Chennai, Indien.

Aufgrund der hohen Preissensibilität in Schwellenländern müssen westliche Komponentenhersteller an dieses Markt­umfeld angepasste Produkte anbieten. Deshalb ist zu erwarten, dass diese Unternehmen mehr Produktion und auch Entwicklung von hydraulischen und elektronischen Produkten in diesen Ländern aufbauen werden. Den Marktbedingungen entsprechend werden maßgeschneiderte Produkte entstehen. Versorgungsengpässe in westlichen Ländern werden vermieden.