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Cyberkriminalität: WannaCry zwingt Unternehmen zum Umdenken

Rund 230.000 Computer in 150 Ländern wurden laut Europol Opfer der Cyberattacke durch die Ransomware 'WannaCry'. Experten gehen davon aus, dass ähnliche Angriffe folgen werden und mahnen Unternehmen und Behörden zum schnellen Handeln.

Ransomware, Fotolia Bildquelle: © Fotolia, normalfx

Die Angriffswelle durch ‘WannaCry’ konnte zwischenzeitlich gestoppt werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass ähnliche Angriffe folgen werden und sehen Handlungsbedarf. “Die großflächige Ransomware-Attacke von Anfang Mai ist ein deutliches Zeichen für die eskalierenden Herausforderungen, denen sich die Cybersicherheit ausgesetzt sieht”, sagt der Industrieanalyst Vijay Michalik von Frost & Sullivan. Der aktuelle Angriff wurde mit Hilfe eines Notausschalters abrupt gestoppt, auf den der Betreiber des Blogs ‘MalwareTech’ gestoßen war. “Es ist jedoch äußerst wahrscheinlich, dass ein neuer Angriff ohne diese von den Angreifern eingebaute Notbremse kommen wird”, mahnt der Analyst.

Möglich wurde der Angriff durch eine Windows-Sicherheitslücke, für die es bereits seit längerem ein Sicherheitsupdate gibt. “Die Vorfälle zeigen auf dramatische Weise, welche Folgen es haben kann, wenn Updates nicht rechtzeitig installiert werden. Die ausgenutzte Sicherheitslücke wurde bereits im März von Microsoft geschlossen”, sagt Tim Berghoff, G Data-Security Evangelist. Staatliche Organisationen, Firmen und Privatanwender sollten sich sehr schnell Gedanken machen, wie sie die jeweiligen Sicherheitslücken schließen können. “IT-Verantwortliche in Unternehmen sollten den Einsatz von Patch Management prüfen, um Updates für alle Computer im Netzwerk zügig ausrollen zu können”, so der Experte. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht Handlungsbedarf. Die aktuellen Angriffe seien ein erneuter Weckruf für Unternehmen, IT-Sicherheit endlich ernst zu nehmen und nachhaltige Schutzmaßnahmen zu ergreifen. “Die aktuelle Schwachstelle ist seit Monaten bekannt, entsprechende Sicherheitsupdates stehen zur Verfügung. Wir raten dringend dazu, diese einzuspielen”, so BSI-Präsident Arne Schönbohm.