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Labview NXG: Eintauchen in eine neue Welt

Seit der ersten Labiew-Version sind viele Funktionen hinzugekommen, wogegen sich die Benutzeroberfläche kaum verändert hat. Die runderneuerte NXG-Version bietet alle Features einer modernen HMI-Oberfläche: feinstufiges Zoomen, 3D-Objekte und die Unterstützung mobiler Geräte.

Eintauchen in die Labview-Welt Bildquelle: © National Instruments

National Instruments Labview kann mittlerweile auf eine 31-jährige Geschichte zurückblicken. In dieser Zeit hat sich das User Interface der Messtechnik-Software kaum verändert. Großen Anteil daran hatte die Multiplattformfähigkeit zum Erstellen von Virtuellen Instrumenten. Unterstützt wurden Mac, Windows, verschiedene Unix-Derivate und Linux zum Erstellen Virtueller Instrumente.

Um alle Plattformen nativ unterstützen zu können, musste man den kleinsten gemeinsamen Nenner verwenden. Dies führte dazu, dass das User-Interface etwas altbacken wirkt, da die Unix-Derivate nahezu gleich geblieben sind und in der Messtechnik keine Verwendung mehr finden. Auch der Mac hat im technischen Bereich erheblich Federn lassen müssen. Fast alle Labview-Entwickler verwenden als OS-Plattform Microsoft Windows, da nur hier die vollständige Funktionalität zur Verfügung steht. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Partner Microsoft eröffnete darüber hinaus bahnbrechende Optionen, um die Altlasten ein für alle Mal loszuwerden.  Aus diesen Gründen ist als ernstzunehmende Entwicklungsplattform nur noch Windows übriggeblieben. Hauptziel ist nun neben Realtime-Linux- und Xilinx- FPGA-Plattformen auch deren Kombinationen.

National Instruments hat die Zeichen der Zeit erkannt und das Flaggschiff Labview mittels parallel entwickelter NeXt-Generation-Implementierung (NXG) runderneuert. Schon das seit geraumer Zeit angebotene Labview Communications – eine Spezialsoftware für den Bereich Software Designed Radio – hat gezeigt, wo die Reise hingeht. Die neue NXG-Version unterscheidet sich fundamental von der traditionellen Plattform, die derzeit in Version 2017 auf dem Markt ist. Beide Produktlinien werden parallel weiterentwickelt und gemeinsam – ohne Aufpreis für NXG – verkauft.

Bei der NXG-Version fehlen im Vergleich zu Labview 2017 eine Vielzahl an Funktionen. Und auch der Hardware-Support lässt mit NI DAQmx, VISA und NI-XNet noch zu wünschen übrig. Ein paar Funktionen sind jedoch auch dazugekommen, unter anderem die ‚Inline‘-C-Code Möglichkeit, die in den traditionellen Versionen nur über ‚Code-Interface Node‘ möglich war. Die Entwicklungsagenda zeigt einen Meilensteinplan für die Implementierung der Funktionalitäten, die bereits von Labview 2017 bekannt sind.

Aus den genannten Gründen kann man mit NXG derzeit nur begrenzte Projekte umsetzen, die sich auf Datenerfassung, Meßgeräte-Ansteuerung und zum Beispiel CAN-basierte Kommunikation über NI X-Net beschränken. Auch die Erstellung von Stand Alone Executables ist derzeit noch nicht möglich, soll jedoch zeitnah in Version 2 implementiert werden.