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Rückblick 'Automation 4.0 Summit 2017': Der Open-Source-Check

Open-Source-Plattformen wie der Raspberry Pi sorgen in der Bastler-Szene für Furore. Doch welche Rolle können sie im ­Automatisierungsumfeld einnehmen? Antworten auf diese Frage gab der 'Automation 4.0 Summit'.

Logo des Automation 4.0 Summit Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Der Summit griff 2017 vier Themen des Industrie-4.0-Umfeldes auf: Am 1. Messetag die Themen „TSN und OPC UA in der Industrie" und „Sensorik für Industrie 4.0". Am 2. Messetag die Themen „Embedded Vision" sowie „Raspberry Pi & Co in der Industrie".

Im Slot „Raspberry Pi & Co in der Industrie“ des Auto­mation 4.0 Summits stand am zweiten Tag der SPS IPC Drives 2017 in Nürnberg die Open-Source-Thematik im Fokus. In seinem Einführungsvortrag ging Carsten Emde von OSADL, der auch die ­Moderation der Veranstaltung inne hatte, der Frage nach: Ist Open Source reif für die Industrie? Dabei untersucht er das ökonomische Konzept, das Lizenzmodell sowie die Software-Qualität und kommt zu einem klaren Entschluss: Ja, es lohnt sich. Mit welchen Konzepten und Anwendungen zeigten die nachfolgenden Vorträge. 

Michael Marwell von Digi-Key gab einen Überblick über die unterschiedlichen Open-Source-Plattformen. Anschließend wurden drei Plattformen näher beleuchtet. Den Start machte Dr. Markus von Detten von Janz Tec: Er ging auf die Möglichkeiten der Raspberry-Pi-Plattform ein, zeigte aber auch deren Grenzen auf. Daher hat Janz Tec das Raspberry-Pi-Board modifiziert und industrietauglich ausgelegt – etwa für den 24/7-Betrieb. Einen ähnlichen Weg ging Kunbus mit der Revolution-Pi-Plattform, die auf dem Raspberry-Pi-Compute-Module aufsetzt und von Vertriebsleiter Andreas Müller vorgestellt wurde. Bei dem Linux-System sind alle Schaltpläne und Schnittstellen offengelegt, es gibt Makersets für eigene Ideen sowie eine große Community. Eine weitere Open-Source-Plattform ist Arduino – und auch auf dieser lassen sich industrietaugliche Produkte lancieren, wie Marco Riedesser von Conelcom mit seinen Controllino-Geräten deutlich machte. 

Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten – etwa mit dem Software-Tool Codesys Control for Raspberry Pi SL hob Roland Wagner von 3S-Smart Software Solutions hervor. Dabei bietet sich der Raspberry Pi zur Prototypen-Entwicklung beziehungsweise zur Abschätzung der Applikationsperformance an. Anschließend kann das Projekt auf eine ‚echte‘ SPS übertragen werden. 

Dieter Goltz von Logi.cals zeigte, dass neben dem Bereich der Vor-Entwicklung von SPS-Programmen Open-Source weitere interessante Einsatzgebiete abdecken kann. Hierzu stellte er die Tools GIT, Gerrit und Jenkins vor, welche die Umsetzung eines qualitätssichernden und effizienzsteigernden Software-Engineering-Prozesses ermöglichen. Im letzten Vortrag warf Moderator Carsten Emde einen Blick auf die Lizenzierungs-Problematiken bei Open-Source-Software. Denn bei der Weitergabe müssen Lizenzpflichten beachtet werden. 

Auch auf der embedded world 2018 wird Open Source ein wichtiges Thema sein. Folgende Unternehmen, die auf der Veranstaltung referierten, stellen auf der Messe aus: 

  • 3S-Smart Software Solutions (Halle 4/307)
  • Digi-Key (Halle 4A/633)
  • Janz Tec (Halle 2/411)
  • Kunbus (Halle 3A/131)
  • Logi.cals (Halle 4/538)
  • OSADL (Halle 4/168)