Mobile Bedienung: Remote-Visualisierung von S7-CPUs

Die Remote-Visualisierung eines S7-Projektes und eine zusätzliche Anzeige von Prozessdaten macht bei vielen Anwendungen Sinn – etwa für eine mobile Bedienung einer größeren Anlage. So funktioniert es kostenlos.

Remote-Visualisierung von S7-CPUs Bildquelle: © Bernecker Rollforming & Tubes

Bei Bernecker Rollforming & Tubes steuern – wie bei vielen anderen Anwendern auch – hauptsächlich S7-CPUs den Maschinen-Park. Das Unternehmen mit vier Standorten in Europa ist ein Systemzulieferer im Automotive-Bereich. Der Leistungsumfang reicht dabei von der Beratung über die Entwicklung, Konstruktion, Werkzeug- erstellung bis hin zur Teilefertigung oder zu kompletten Baugruppe. Komplexe Umformtechnologien und verschiedene Fügeverfahren bilden den Schwerpunkt der Fertigung. Am vogtländischen Standort Pausa fertigt das Unternehmen rollgeformte Produkte wie etwa Rohre und Stanzteile für die Automobilindustrie. 

In der Fertigung kamen neben den S7-CPUs von Siemens über die Zeit auch S7-CPUs und die S7-Panels von Insevis hinzu. Der Betriebsmittelbau unter Leitung von Peter Klamuth erhielt nun die Aufgabe, zur besseren Anlagenbetreuung bestehende S7-Anwendungen kostengünstig zu visualisieren. Durch die Erfahrungen mit den einfach projektierbaren S7-Panels von Insevis war ein Ansatzpunkt gefunden, zumal für die S7-Programmierung im Werk der bestehende Simatic-Manager weiterverwendet werden sollte, um Lizenzkosten gering zu halten. Die S7-SPSen von Insevis akzeptieren S7-Programmierung mittels Simatic-Manager und TIA-Portal.

Ausgehend von der bestehenden Visualisierung auf den vorhandenen Panels gingen Peter Klamuth und seine Mitarbeiter einen ganz neuen Weg: Sie erzeugten aus der existenten Visualisierung eines vertikalen 10-Zoll-Einbau-panels eine Binärdatei und kopierten diese in ein handelsübliches Windows-Tablet. Daraus erzeugt die dort ablaufende Remote-Stage-Software die Visualisierung und verknüpft das Windows-Tablet via WLAN direkt mit der S7-CPU. Nach der Identifizierung der S7-CPU via IP-Adresse und TSAP wurde eine aktive S7-Kommunikation (Put/Get, Send/Receive) aufgebaut, die Prozessdaten in die Remote-Visualisierung überträgt. So entstand eine zusätzliche mobile Visualisierung. 

Mit diesem Ansatz konnte der Automotive-Zulieferer eine neue Techno­logie einsetzen, ohne das Budget für den Betriebsmittelbau zu sprengen oder neue Softwaretools einführen zu müssen.