VDI-Fachkonferenz: So weit ist Augmented Reality

Welche Möglichkeiten bieten Augmented- und Virtual-Reality im Unternehmenseinsatz? Sind die Technologien ausgereift? Diesen Fragen ging die VDI-Fachkonferenz Anfang ­September in München auf den Grund.

Augmented Reality Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Auf der begleitenden Fachausstellung zeigte AMA die Videokonferenz-Lösung ‚Xpert Eye‘: Sie ermöglicht es beispielsweise technischen Mitarbeitern – mit Hilfe von Datenbrillen und dem damit verbundenen Smartphone/PC –, eine sichere ‚Live-Übertragung‘ ihres Sichtfelds inklusive Sprache und Gesten zu Experten an ­anderen Standorten ­her­zustellen.

Die 3. VDI-Fachkonferenz Augmented und Virtual Reality als Smart-Assistance klopfte am 5. und 6. September im NH München Ost Conference Center die Trendtechnologien auf ­Unternehmenstauglichkeit ab. Ein Grund, warum diese bisher im Unternehmenseinsatz noch keine enorme Marktdurchdringung erreicht haben, sind fehlende Geschäftsmodelle. Deshalb gab Dorothee Ebert von KPMG zunächst einen Einblick, wie Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln können und ging anschließend speziell auf Augmented Realtiy (AR) ein. Bisher nutzen Unternehmen diese Technologien hauptsächlich, um das bestehende Geschäftsmodell zu optimieren beziehungsweise die interne Wertschöpfungskette zu verbessern. Ein neues Geschäftsmodell ist damit allerdings noch nicht geschaffen. Hierfür ist es notwendig, eine extern sichtbare und auf Kunden ausgerichtete Leistung zu definieren. Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das seine Handbücher digitalisiert und in AR-Versionen ausgibt. Ein neues Geschäftsmodell wäre hier etwa, dieses Anwenderwissen in Dienstleistungsangebote umzuwandeln und dafür die bereits bestehenden Infrastrukturen zu nutzen. Das ist beispielsweise das Vorgehen des Internetgiganten Amazon, der aus seinem eigenen spezifischen Bedarf an IT-Ressourcen ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt hat und mittlerweile einer der größten Cloud-Anbieter ist.  

Umfangreiche Tracking-Möglichkeiten

Einen Überblick über die Tracking-Möglichkeiten bei der Augmented Reality gab Helmut Guggenbichler von Augmensys: Zum einen lässt sich die Lokalisierung über geografische Posi­tionsinformationen realisieren. Hierfür sind allerdings Positionsinformationen und Sensorik zur Orientierung nötig, etwa Kompass, GPS, WLAN, iBeacons, Gyroskope oder Kippsensoren. Das alles schlägt sich auf die Akkuleistung der mobilen Endgeräte nieder. Darüber hinaus gibt es AR über die optische Erkennung der Situation – etwa über Marker, Kanten, Bilderkennung oder SLAM.

Eine einfache alternative Tracking-Methode brachte Christian Zink von ivii, einer Business Unit innerhalb von Knapp, ins Spiel. Weil keiner der auf dem Markt vorhandenen Brillen die Anforderungen des Unternehmens erfüllen konnte – etwa ein Akkubetrieb über eine ganze Schicht – entwickelten Sie ihre eigene Datenbrille. Der Clou beim Tracking: Die AR-Brille orientiert sich an QR-Codes, die in einem Lager in regelmäßigen Abständen an den Regalwänden angebracht sind und leitet so den Anwender wie ein Navigationsgerät zu den richtigen Lagerstellplätzen. So ist für das Tracking nur Kamera-Technologie nötig, was den Akku schont. Die Brille kann nun eine ganze Schicht genutzt werden. Zudem ist diese Art des Tracking sehr günstig.