Ininet Solutions: Im Browser programmieren

Die Firma Ininet hat weitere Funktionen in ihren Web-HMI-Editor integriert. Welche Vorteile diese Integration hat und was es mit der Zusammenarbeit mit der Revolution-Pi-Plattform von Kunbus auf sich hat, erläutert Geschäftsführer Peter Brügger.

Peter Brügger von Ininet Solutions Bildquelle: © Ininet Solutions

Peter Brügger: "Bisher waren HMI-Tools meist nicht in der Lage, alle Funktionen von typischen Konfigurations- und Inbetriebnahmetools – die man vom PC her kennt – abzudecken."

Herr Brügger, was gibt es neues bei ihrer Spidercontrol-Software?

Brügger: Wir von Ininet haben unseren browserbasierten Web-HMI Editor, der im letzten Jahr vorgestellt wurde, zu einem Framework für embedded-Webserver-basierte Applikationen weiter entwickelt. 

Was bedeuten die Neuerungen für die Praxis?

Brügger: Bisher haben viele Hersteller von Automatisierungskomponenten eine PC-Applikation zur Programmierung und Konfiguration ihrer Geräte mitgeliefert. Mit unserem Framework ist dies nicht mehr nötig, da mit unserem Spidercontrol-Tool alle Aufgabenstellungen in ein Web-HMI integriert werden können. Das bringt sowohl dem Hersteller des Automationssystems als auch dem Anwender große Vorteile: So entfällt beispielsweise die Installation und Wartung der PC-Software. Anwender können zudem mit Mobile Devices und jedem beliebigen Betriebssystem arbeiten sowie von der einfachen Integration in eine Cloud-Infrastruktur profitieren. 

Was sind dabei die Anforderungen an die Tools?

Brügger: Mit bisherigen HMI-Tools konnten man zwar ohne Probleme einfache Masken oder animierte Grafiken zeichnen, aber die Anwender benötigen in der Regel mehr. So sollen etwa Oberflächen datengetrieben auf dem Zielsystem erzeugt werden oder Anwender die Möglichkeit haben, Objekte verschieben, löschen, editieren oder verknüpfen zu können. Oftmals müssen Daten auch in geeigneter Form in einem definierbaren Koordinatensystem anzeigbar sein, wobei diese Daten während des Betriebs erzeugt werden. Auf dem PC sind solche Applikationen mit einem Tool wie Visualstudio sehr gut realisierbar, da die Freiheiten zur Ausprogrammierung vorhanden sind. In einer webbasierten Lösung ist diese Aufgabe in verschiedenen Schichten und Technologien aufgeteilt, was wiederum die Umsetzung erschwert. Hier kommt das neue Spidercontrol-Tool ins Spiel: Alle grafischen Komponenten und Objekte, welche im Browser verwendet werden sollen, lassen sich mit unserem PC-basierten PLC-Edition-Editor zeichnen und aufbauen. Auf der Webserver-Seite kann man mit den embedded-typischen Programmiersprachen, wie C/C++, arbeiten sowie die notwendigen Algorithmen ausprogrammieren. Über Spidercontrol-APIs können Anwender aus diesem Code die Grafikobjekte erzeugen, bewegen und modifizieren. Unser eingangs vorgestellter Web-HMI-Editor ist auf dieselbe Art in Aussehen und Funktionsumfang an eigene Wünsche einfach anpassbar und als Teil der Applikation kinderleicht zu integrieren.

Was hat es mit der Zusammenarbeit mit der ‚Revolution Pi Plattform‘ von Kunbus auf sich?

Brügger: Unser Web-HMI-Editor ist standardmäßig auf dem Revolution Pi integriert und mit der Soft-PLC von Logicals verbunden. Damit hat der Anwender eine vollwertige IEC-61131-SPS inklusive Web-Visualisierung, die direkt über den Webserver gezeichnet werden kann. Visualisierung war noch nie so einfach! Im Rahmen unserer Baukastenphilosophie kann der Anwender anspruchsvolle HMIs auch mit unserem PC-basierten Editor zeichnen, den es ebenfalls in einer für Revolution Pi/Logicals angepassten Version gibt. Letztendlich eignet sich die Raspberry-Plattform als Baukasten für die Umsetzung eigener Produktideen. An dieser Stelle kommt unsere Technologie ins Spiel, mit der man eine performante Editor- und Visualisierungsplattform benutzen sowie mit wenig Aufwand diese in eigene Produkte integrieren kann.