Bedienen & Beobachten: HMIs in der Cloud

Die browserbasierten HMIs sind im industriellen Umfeld auf dem Vormarsch – mit Vorteilen in Sachen Geräteunabhängigkeit und Einfachheit. Eine neue Technologie ermöglicht es jetzt, die Ober­flächen im Web-Browser zu programmieren und die HMIs mit der Cloud zu verbinden.

HMIs in der Cloud, Ininet Bildquelle: © Ininet Solutions/Fotolia: fotogestoeber

Bisher funktionierte HMI-Software in der Regel nach dem folgenden Rezept: Die Bedienoberflächen werden auf dem PC mit einem eigens dafür entwickelten Editor programmiert. Das so erstellte Projekt wird auf das Industrie-Panel kopiert, welches die HMI-Laufzeit anzeigt und Daten mit einer SPS austauscht. In den letzten Jahren sind jedoch neue Anforderungen hinzugekommen. Alles begann ­damit, dass die Anwender Programme nicht nur auf PCs betreiben konnten, sondern alternativ auch der Web-­Browser als User-Interface verwendet wurde.

Nun kommt im Zuge der Industrie 4.0 die Vernetzung mit der Cloud hinzu. HMIs übernehmen in diesem ­Zusammenhang eine ganz zentrale Funktion, denn durch die Verknüpfung von Systemen und die Vernetzung von Daten im großen Stil entsteht eine neue Komplexität. Alle diese Geräte erzeugen Unmengen an Daten und Beziehungen, deren Bedeutung für eine einzelne Person kaum zu überblicken ist. Will man sich als Programmierer oder als Anwender zurechtfinden, dann sind es die Bedienoberflächen, die uns den Zugang zu den Daten auftun und uns die Zusammenhänge visuell erklären.

Es beginnt damit, dass an einer Maschine oder Baugruppe ein kleines Operator-Panel eine schematische Darstellung des Systems mit seinen wichtigsten Kenndaten und Kontrollfunktionen anzeigt. Auf dieser Ebene sind Daten klar zuzuordnen und deren Funktion wird durch das lokale HMI erklärt. Dieselben HMIs oder einzelne Komponenten da-raus sollen auch auf dem Smartphone oder dem Tablet funktionieren, so dass das Bedienpersonal selbst dann Zugriff hat, wenn es nicht direkt vor Ort ist. Des Weiteren müssen die einzelnen Maschinen- und Anlagenteile auf ein Leitsystem zusammengezogen werden, damit man sich einen schnellen Überblick (Sammel-Alarme, Trends, Anlagenschaltbilder) verschaffen und die Funktionen einer ganzen Anlage steuern kann.