Smart Devices: Die App in der Maschine

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Identifikation

Damit ein Terminal mit einem Gerät Kontakt aufnehmen kann, muss es sich gegenüber diesem ausweisen. Eine rApp-Kommunikation zwischen Gerät und Terminal kann nur zustande kommen, wenn das Terminal Gerätename und Passwort des Gerätes kennt. Der Gerätename wird vom Hersteller vergeben und kann nicht verändert werden, da in ihm neben eindeutigen Geräteinformationen wie Seriennummer oder MAC-Adresse verschlüsselte Hinweise zur Kommunikationsaufnahme wie die Cloud-Adresse verborgen sind. Der Benutzer kann jedoch einen Friendly Name für das Gerät vergeben. Das Passwort wird als Default vom Hersteller vergeben und kann später vom Benutzer geändert werden.

Der generischen App muss in einem Pairing-Vorgang der Name und das Passwort des Gerätes bekannt gegeben werden. Dazu startet der Benutzer die generische App und gibt entweder manuell Name und Passwort des Gerätes ein oder scannt einen QR-Code oder einen NFC-Chip des Gerätes ein. Dabei kann er auch den Friendly Name festlegen und das Passwort ändern. Gerätename und Friendly Name werden in einer Geräteliste in der generischen App gespeichert, das Passwort nur optional auf Wunsch des Benutzers. Nach Auswahl eines der in der Liste gespeicherten Gerätes und Eingabe des Passworts – wenn es nicht auf dem Terminal gespeichert wurde – baut das Terminal eine rApp-Verbindung zum Gerät auf. Daraufhin übernimmt das Gerät die Kontrolle über das Terminal  und kann beispielsweise mittels eines ersten rApp-API-Aufrufes erfragen, um was für ein Terminal es sich handelt und welche Dienste es anbietet. Das Terminal gibt daraufhin alle möglichen Informationen über sich heraus, wie beispielsweise Hersteller, IMEI oder Bildschirmauflösung. Das Gerät kann dann immer noch entscheiden, ob und wie es mit diesem Terminal weiter kommunizieren will. Zum Beispiel in Form einer Warnung, wenn die Bildschirmgröße nicht optimal ist.

Bei On-Premise-Verbindungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, sich mittels einer Suchfunktion der generischen App alle lokal vorhandenen Geräte auf dem Terminal anzeigen zu lassen. Falls die gefundenen Geräte schon einmal gepairt wurden (Name und Passwort sind in der Geräteliste eingetragen), kann die rApp-Kommunikation sofort aufgenommen werden. Sind noch ungepairte Geräte vorhanden (Passwort ist dem Terminal nicht bekannt), erscheint ein entsprechender Hinweis. Nachdem der Benutzer das Passwort eingegeben hat, kann die rApp-Kommunikation ebenfalls beginnen.

Auch IT-ungeübte Personen können die Geräte einfach handhaben. So sieht der Benutzer nie URL-Adressen, IP-Adressen oder ähnliche IT-spezifische Fachbegriffe. Nach Eingabe von Gerätename und Password suchen sich sowohl Gerät als auch die generische App auf dem Terminal die passenden Verbindungswege selbstständig aus. Durch die geschickte Kombination und Erweiterung von Fat- und Thin-Client-Techniken durch SOA-Prinzipien ist mit rApp eine Entwicklerplattform entstanden, welche es den Geräteherstellern beziehungsweise deren Kunden ermöglicht, auf einfache und für sie gewohnte Weise ihre Produkte an den neuen Trends teilhaben zu lassen. Für entsprechende Vorhaben steht Acontis nicht nur als Plattformanbieter, sondern auch mit Beratung und Dienstleistung zur Verfügung.

Autor:
Stefan Zintgraf ist Geschäftsführer von Acontis.