Smart Devices: Die App in der Maschine

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Fat Clients und Thin Clients

Beim Fat-Client-Prinzip stellt der Gerätehersteller Netzwerkschnittstellen zu den Smart Devices auf seinen Geräten bereit. Die Apps auf den Smart Devices werden speziell und ausschließlich für die entsprechende Geräte erstellt und laufen direkt auf den Smart Devices ab. Daher auch der Begriff "native Apps". Da es für Smart Devices unterschiedliche, zueinander inkompatible Betriebssysteme gibt (Apple iOS, Google Android, Microsoft Windows Phone, Desktop Windows) und die Geräte unterschiedlichste Bildschirmgrößen haben können, muss der Gerätehersteller die nativen Apps für alle diese Systeme jeweils für unterschiedliche Bildschirmgrößen erstellen und über die vorgegebenen Vertriebskanäle in Umlauf bringen. Weitere Nachteile sind die kurzen Innovationszyklen bei Smart-Device-Betriebssystemversionen und dass die Geräte-Software beziehungsweise Firmware-Versionen immer mit den entsprechenden App-Software-Versionen kompatibel sein müssen.

Ein Vorteil der nativen Apps: Es gibt keinerlei Einschränkung bezüglich des Zugriffs auf die Smart-Device-Hardware-Funktionen wie Kamera, Buttons und alle Dienste des Smart Devices wie E-Mail, Internet-Gateway oder Empfang von Push-Nachrichten. Weitere Vorteile: Das einfacher erzielbare native Look-&Feel des Smart Devic und die höhere Reaktions- und Bearbeitungs-Performance, da alle Aktionen und die Regelschleife Bediener/App lokal auf dem Smart Device laufen. Im Zuge der stetig steigenden Prozessorrechenleistung und Netzwerkbandbreiten der Smart Devices relativiert sich dies jedoch zunehmend.

Während beim Fat Client die "Intelligenz" der App auf dem Smart Device implementiert ist, läuft beim Thin-Client-Prinzip eine Standard-Server-Software wie zum Beispiel ein Embedded-Webserver auf den Geräten. Diese Server-Software muss der Gerätehersteller beschaffen und in seine Geräte integrieren. Zusätzlich muss er intern eine Verbindung seiner bestehenden Geräte-Software zum Server schaffen. Neben reinen Daten ist es bei Webservern auch möglich, komplette Programme zum Beispiel als Java Applets beziehungsweise als JavaScript vom Thin Client auf das Smart Device herunterzuladen, welche dann auf dem Smart Device in der Standard-Browser-App ausgeführt werden. Dadurch ergibt sich der große Vorteil, dass der Gerätehersteller keine native App für das Smart Device erstellen und ausliefern muss. Das Gerät bringt seine Bedieneroberfläche und Bedienlogik komplett selbst mit. Der Webbrowser des Smart Device zeigt die Inhalte lediglich an und nimmt Bedienhandlungen entgegen.

Das Thin-Client-Prinzip ist jedoch ebenfalls mit einigen Nachteilen verbunden: Der Zugriff auf die meisten Hardware-Funktionen des Smart Devices oder die Verwendung von Smart-Device-Diensten ist aus Standard-Webbrowsern heraus nicht möglich. Hinzu kommen Unterschiede in den Browsern und Betriebssystemen der Smart Devices. Zusätzlich ist ein vollständig funktionsfähiger Webserver im Gerät notwendig, was Ressourcen-, Pflege- und schutzrechtliche Probleme aufwerfen könnte.