Scada: Scada-Lösung durch Hardware ergänzt

Certec hat seit Jahren die Scada-Software Atvise auf dem Markt. Warum aber bringt das Unternehmen nun im Nachgang eine auf die Software abgemünzte Hardware ins Spiel?

Kaum etwas bewegt sich in der Industrie so schnell wie die Entwicklung der Mensch-Maschinen-Schnittstelle (HMI) und die Möglichkeiten der Bereitstellung prozessbezogener Informationen. Heute sollen möglichst viele Personen – je nach Benutzerrecht – orts- und geräteunabhängig über gängige Webbrowser Zugang zu einer modernen Visualisierung haben. In diesem Zusammenhang wurde Certec oft mit der Frage konfrontiert, ob nicht eine geeignete Hardware in Kombination mit dem Scada-Produkt Atvise lieferbar sei.

Certec, Topologie Bildquelle: © Certec
Die Topologie: Mit der integrierten Box ist ein sicherer Zugriff auf Anlagen möglich – unabhängig vom Aufenthaltsort oder dem verfügbaren Bediengerät.

Das Unternehmen hat jetzt darauf reagiert und die Atvise Box vorgestellt. Aber wann macht der Einsatz der Hardware- und Software-Lösung Sinn? Vor allem als kostengünstige Funktionserweiterung neuer Anlagen oder abgesetzter Stationen. Oder aber, wenn bestehende Anlagen mit zum Teil veralteter technischer Plattform nicht einer steuerungstechnischer Generalsanierung unterzogen werden sollen und der Anwender auf einem einfachen Weg in den Genuss modernster Visualisierungs- und Scada-Technik kommen will. Es lassen sich die unterschiedlichsten Architekturen umsetzen. Dabei können eine oder mehrere Steuerungen im Verbund mit der Atvise Box stehen und deren Dienste nutzen. Durch die Client-Server-Architektur ist der Aufbau hierarchischer Topologien möglich. Mehrere Box-Module lassen sich weiteren Scada-Systemen unterordnen. Präferiert wird hierbei das hauseigene Scada-System, da sich hie­rüber OPC-UA-konforme Mechanismen synchronisieren lassen und sich auch beim Engineering durchgängige Synergien ergeben.

Die Handhabung für den Anwender ist einfach: Das kompakte Modul wird mit wenigen Handgriffen auf die Hutschiene des Schaltschranks montiert und mit dem Netzwerk verbunden. Damit steht der Applikation eine HMI- und Scada-Software zur Verfügung, die bereits vollständig vorinstalliert und konfiguriert ist. Die Visualisierung lässt sich dadurch End­geräte-unabhängig mit jedem gängigen Browser ohne Zusatzsoftware oder Plug-ins aufrufen, bietet damit auch grafische Vorzüge wie verlustfrei zoombare Vektorgrafiken und unterstützt Multitouch-Funktionalitäten, wie sie in Zukunft von allen HMIs erwartet wird. Ein weiterer Pluspunkt der Software- und Hardware-Kombination ist das einfache und schnelle Umsetzen von Projekten. Dies wird einerseits durch vorkonfigurierte Standardobjekte und Dynamisierungsmethoden erreicht, andererseits durch eine konsequente Umsetzung der Lösung auf OPC-UA-Basis. Damit steht nicht nur eine entsprechend intelligente Kommunikationsschnittstelle zur Verfügung, sondern auch technologische Vorzüge, wie objektorientiertes Engineering, inklusive des Instanziierens von Objekten und der Vererbung von Eigenschaften.