Sicherheitsgerichtete Kommunikation

Interview: Was steckt hinter openSafety?

Logo, Ethernet Powerlink, EtherNet/IP, Sercos Interface, Modbus, Open Safety
Ethernet Powerlink Standardization Group (EPSG)

Mit „openSafety“ haben die Ethernet Powerlink Standardisation Group (EPSG) und die Firma B&R in Hannover den nach eigener Aussage ersten einheitlichen Safety-Standard für alle Industrial-Ethernet- Lösungen vorgestellt. Was steckt im Detail hinter dieser Ankündigung? Computer&AUTOMATION sprach hierüber mit Stefan Schönegger, Business Development Manager der EPSG (Ethernet Powerlink Standardization Group) sowie des neuen Geschäftsbereiches Open Automation Technologies bei B&R.

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Stefan Schönegger

Stefan Schönegger, B&R: „Die Entwicklung ist bei vielen Safety- Lösungen noch nicht abgeschlossen – hier bieten wir den Anwendern mit openSafety eine echte Alternative.“

Herr Schönegger, was steckt konkret hinter dem neuen Begriff openSafety? - Ist es Powerlink Safety und damit „alter Wein in neuen Schläuchen"?

Schönegger: Sie haben recht - technisch ist openSafety zu 100 % die seit drei Jahren zertifizierte und verfügbare Powerlink- Safety-Technologie, deren Stack vor knapp einem halben Jahr in Anlehnung an den openPowerlink-Stack als Open Source veröffentlicht wurde. Mit der jetzt erfolgten Umbenennung der Powerlink-Safety-Technologie in openSafety wollen wir durchaus die „politische" Nutzbarkeit der Technologie unterstreichen.

Ein zweiter wesentlicher Punkt ist aber, dass dieser Name den Sachverhalt viel besser trifft: Denn die Powerlink-Safety-Technologie ist schon immer für andere Protokolle nutzbar und wurde zum Beispiel bei B&R einerseits für das eigene Rückwandbus-System eingesetzt, andererseits aber auch auf Basis von Ethernet-TCP/IP. Damit war Powerlink-Safety eigentlich ein falscher Name - openSafety stellt dies jetzt in das richtige Licht. Absolut neu ist das aktive Pushen von Master und Slave auf allen wesentlichen Feldbussen durch B&R.

Auf der Messe haben Sie Implementierungen auf Basis von Powerlink, Modbus, Sercos III und Ethernet/IP vorgestellt - was ist mit den anderen ethernetbasierten Kommunikationslösungen wie Profinet oder Ethercat?

Schönegger: Die vorgestellten Lösungen basieren zunächst alle auf konkreten Projekten. Was Profinet und Profibus betrifft, würde ich sagen, dass dies vielleicht das einzige System ist, bei dem keine marktpolitische Notwendigkeit besteht, openSafety zu nutzen. Nichtsdestotrotz können Anwender von Profinet und Profibus openSafety in gleicher Weise verwenden wie zum Beispiel bei Modbus und Ethernet/IP. Für Ethercat hingegen sehen wir absolut einen Bedarf für openSafety und haben bereits erste Anfragen zu diesem Thema. Zwar gibt es eine Spezifikation für Ethercat-Safety; offensichtlich ist es aber nicht jedem Ethercat-Anwender möglich, diese Lösung einfach zu nutzen.

Von daher existiert hier definitiv ein Marktdruck, auch openSafety über Ethercat bereitzustellen. Daneben gibt es eine ganze Menge von zum Teil proprietären Industrial-Ethernet- Lösungen, die teilweise nur in bestimmten Branchen bekannt sind und für die open- Safety interessant sein kann. Neben dem Maschinen- und Anlagenbau gibt es konkrete Projekte und Gespräche aus der Energietechnik und der Eisenbahnindustrie.

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