Steuern&Antreiben

Die Automatisierungstechnik hinter dem Tarzan-Musical

Aufsehenerregende Flugszenen direkt über den Köpfen des Publikums sind die Höhepunkte des Musicals „Tarzan“. Damit die Darsteller in luftiger Höhe gefahrlos durch die Dschungelwelt schwingen können, arbeitet im Hintergrund eine ausgefeilte Bühnentechnik. Das technische Herzstück der aufwendigen Show: ein speziell für Theater und Bühnen entwickeltes Steuerungssystem auf der Basis industrieller Automatisierungstechnik.

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Scheinbar schwerelos jagen Tarzan und die Affenhorde durch die grüne Dschungelwelt des Musical-Theaters. Nur ein Fünftel der Zeit verbringt der Hauptdarsteller während der Vorstellung auf dem Bühnenboden. Die übrigen zwei Stunden bewegt er sich an Seilen, die wie Lianen von der Decke hängen, kletternd und schwingend über der Bühne und dem Zuschauerraum.

Fliegende Darsteller sind ein elementarer Bestandteil der temporeichen Inszenierung des Musicals „Tarzan", das seit Oktober 2008 im Theater „Neue Flora" in Hamburg läuft. Etwa 300 Flugeinlagen, bei denen die Akteure bis zu 30 Meter lange Flugbahnen zurücklegen und Höhenunterschiede von bis zu 14 Metern überwinden, erleben bis zu 2000 Zuschauer bei jeder Aufführung. Zeitweilig bewegen sich zehn Darsteller gleichzeitig im engen Luftraum über der Bühne. Was so mühelos aussieht, ist eine perfekt einstudierte Choreographie, die erst durch eine ausgeklügelte Bühnentechnik möglich wird.

Fünf Flugwerke sind für die spektakulären Luftausflüge im Schnürboden über der Bühne installiert, drei Flugbahnen führen quer durch den Zuschauerraum. Um alle Flugbewegungen ausführen zu können, durchziehen mehr als 16 Kilometer Seil das Theater. Von mehreren Startpositionen auf dem Schnürboden und über den Sitzreihen lassen sich die Akteure an Bungee- Seilen hängend von oben ins Geschehen fallen. Gesichert sind sie mit eigens angefertigten Fluggeschirren, die in der Luft sogar Drehungen um die eigene Achse erlauben.

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