Nachrichten / Steuerungsebene / Messtechnik
09.Jun.2010
Verfahrenstechnische Apparate und Maschinen
2010 bleibt schwierigAnzeige
Selbst wenn die Auftragslage sofort deutlich anziehen würde, wäre frühestens Ende 2010 mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Verfahrenstechnik zu rechnen, hieß es in der Pressemitteilung des Fachverbands Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate. Der Grund: Im verfahrenstechnischen Apparate-, Maschinen- und Anlagenbau sind die Durchlaufzeiten bezogen auf den Durchschnitt im Maschinenbau relativ lang. Oft vergeht von der Auftragsvergabe bis zur Auslieferung mehr als ein Jahr. Aufgrund des dadurch entstehenden Auftragsüberhangs wurden die Auswirkungen der Krise erst im Laufe des Jahres 2009 in Form von ausbleibenden Aufträgen deutlich spürbar und bleiben es bis weit ins Jahr 2010 hinein.
Die Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate sank von 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2008 auf 6 Mrd. Euro in 2009. Dies entspricht einem Rückgang von 15,2 Prozent. Im Vergleich mit dem gesamten Maschinenbau, der einen Produktionsrückgang von knapp 25 Prozent zu verkraften hatte, ist die Teilbranche damit noch glimpflich davon gekommen.
Allerdings haben sich nicht alle Bereiche gleichermaßen entwickelt: Passend zu den vereinzelten Stilllegungen kompletter Chemieanlagen verlief die Produktion von Apparaten, Maschinen und Anlagen für die chemische Industrie: Die Produktion ging in 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro zurück. Bei einem Anteil von 38 Prozent an der gesamten Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate lässt sich dieser Rückgang nur schwer kompensieren. Dagegen profitierten die Hersteller von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung von den diversen Konjunktur- und Umweltschutzpaketen und steigerten das Produktionsvolumen im Jahr 2009 um 5,6 Prozent auf 850 Mio. Euro. Damit liegt deren Anteil an der gesamten Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate bei 14 Prozent.
Nach vielen Jahren steten Wachstums ging 2009 der Export erstmals um 14 Prozent auf vier Mrd. Euro zurück. Obwohl die Ausfuhren in die EU-27-Länder um fast 20 Prozent schrumpften, bleibt die Region mit 40 Prozent nach wie vor der größte Absatzmarkt für verfahrenstechnische Maschinen und Apparate. Die deutschen Exporte nach Ostasien sind um 13,3 Prozent auf 643 Mio. Euro gestiegen. Damit ist Ostasien mit 16 Prozent Anteil an den Ausfuhren mittlerweile auf Rang zwei vorgerückt, noch vor dem sonstigen Europa (13 %) und Nordamerika (7 %). Fast zwei Drittel der Ausfuhren nach Ostasien gehen dabei allein nach China. In der Region „Sonstiges Europa" ist Russland der bedeutendste Markt - trotz des Einbruchs von 45 Prozent auf 154 Mio. Euro.
Umsatz-Impulse aus dem Ausland kommen derzeit aus Südamerika, Zentral- und Südasien sowie aus Afrika. Auch die Bestellungen aus dem europäischen Raum haben zumindest im ersten Quartal 2010 angezogen. Vom Niveau des Vorjahres sind sie aber noch weit entfernt.
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