Druckmittler

Die Bodyguards für Drucksensoren

Teil 2: Weg vom Prozess!

Bei Bedarf kann der Drucksensor über die Kapillarleitung mehrere Meter weit von der eigentlichen Messstelle entfernt sitzen. Dies ermöglicht auch die Entkopplung von hohen Prozess-Temperaturen und Vibrationen oder Schocks. Durch unterschiedlich beschichtete Membrane und Metallvorlagen lassen sich die Druckmittler auf die jeweilige Prozessflüssigkeit anpassen. Bei toxischen Flüssigkeiten wie Chlor, Lösungsmitteln oder chemischen Gasen bildet der Druckmittler eine sichere Barriere zwischen Prozess-Medium und -Umgebung.

Für den Hygienebereich sind lebensmittelgerechte Anschlüsse verfügbar oder passgenaue Rohrdruckmittler, die eine Reinigung und Sterilisierung vor Ort (CIP, SIP) ermöglichen. Als Material kommt in einem solchen Fall hochwertiger Edelstahl mit einer geringen Oberflächenrauheit zum Einsatz.

 

Im Vergleich zur direkten Montage von Druckmessern am Messort beanspruchen die anpassungsfähigeren Druckmittler weniger Platz. Außerdem weisen sie eine größere Anzahl von verfügbaren Prozessanschlüssen als die Druckmessumformer auf. Auch bei der prozessseitigen Werkstoffauswahl sind Druckmittler durch eine größere Vielfalt im Vorteil.

In der Industrie ist eine mit dem Messmedium kompatible Übertragungsflüssigkeit in vielen Prozessen unabdingbar. Bei den kompakten Drucksensoren besteht dabei oft das Problem, dass die Übertragungsflüssigkeiten direkt mit der elektrisch leitenden Sensorik in Kontakt kommen. Deshalb dürfen diese Flüssigkeiten selbst nicht leitend oder aggressiv sein. Bei den separaten Druckmittlern ist das hingegen nicht der Fall, wodurch die Auswahl an Mittlerflüssigkeiten wesentlich größer ist. Dadurch wird die Anpassung an den Prozess erheblich erleichtert.

 

Druckmittler sind deshalb bei extremen Prozess-Umgebungen häufig die bessere Alternative im Vergleich zu den robusten Druckmessumformern. Die Mittler führen in den meisten Fällen zu einer höheren Lebensdauer des Druckmesssystems.

 

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