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Nachgehakt bei Markus Bicker: "Power & Board vereint"

Bicker Elektronik hat sich in den letzten Jahren einem Veränderungsprozess unterzogen: Zum Stromversorgungs- und USV-Know-how kam immer mehr Expertise im IPC-Bereich hinzu. Wie es dazu kam, wie das zusammenpasst und wo das Unternehmen jetzt steht, erläutert CEO Markus Bicker.

Markus Bicker von Bicker Elektronik Bildquelle: © Bicker Elektronik

"Die Bundle-Lösungen sparen Systementwicklern Zeit, Geld und Nerven.", so Markus Bicker, CEO von Bicker Elektronik.

Herr Bicker, wie hat sich Bicker Elektronik die letzten Jahre entwickelt?
Bicker:
Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1994 entwickeln, fertigen und vertreiben wir Stromversorgungs- und USV-Lösungen für die Industrie und Medizintechnik. In vielen Projekten konnten wir Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Applikationen unserer Kunden sammeln, insbesondere im Industrie-PC- und Embedded-Computing-Bereich.

Dort spielt das perfekte Zusammenspiel zwischen Stromversorgung und Mainboard eine ganz entscheidende Rolle für die Systemstabilität. Durch die enge Zusammenarbeit unserer Ingenieure und Techniker mit Mainboard-Herstellern während des projektspezifischen Design-In-Prozesses und nicht zuletzt aufgrund kundenseitiger Nachfrage entstand vor circa fünf Jahren die Idee, neben der reinen Stromversorgung auch alle weiteren zentralen Systemkomponenten komplett aus einer Hand anzubieten. Sozusagen die Geburtsstunde unseres Power+Board-Programmes mit perfekt aufeinander abgestimmten und laborgeprüften Bundles aus Netzteil, Mainboard und Zubehör in Industriequalität.

Welche Vorteile bieten derartige Bundle-Lösungen für Systementwickler?
Bicker:
Die umfangreiche Suche, Vorauswahl und Qualifizierung entsprechender Systemkomponenten entfällt, aufwendige Testläufe reduzieren sich auf ein Minimum und sie haben einen zentralen und kompetenten Ansprechpartner, der für alle wichtigen Systemkomponenten verantwortlich zeichnet. Dieser – ich würde sagen – einzigartige Service geht weit über die klassische Distribution hinaus.

Wie setzt sich das Produkt-Portfolio für die Bundles zusammen?
Bicker:
Mittlerweile können unsere Kunden für ihr individuelles Power+Board-Bundle aus vier Mainboard-Herstellern – Fujitsu, ASRock, Avalue und Perfectron – und den zwölf Formfaktoren ATX, µATX, Mini-ITX, Thin-Mini-ITX, Nano-ITX, 3.5-Zoll-SBC, 5.25-Zoll-SBC, EPIC, UTX-SBC, COM Express, Qseven und NUC wählen.

Darüber hinaus konnten wir mit Cervoz einen High-End-Anbieter für industrielle Speicherlösungen gewinnen. Hierzu zählen beispielsweise RAM-Module, MemoryCards, MiniPCIe-Karten sowie mSATA- beziehungsweise M.2-Speichermodule – alles in Industrie-Qualität und mit Fixed BOM. Auf Seiten der Stromversorgung bietet unser Portfolio ein vielseitiges Spektrum von leistungsstarken IPC- und Industrie-Netzteilen über hocheffiziente DC/DC-Wandler bis hin zu DIN-Rail-Netzteilen und USV-Lösungen. Bei speziellen, kundenspezifischen Anforderungen realisieren wir maßgeschneiderte Lösungen.

Was waren die Highlights auf der vergangenen embedded world?
Bicker:
Erfreulicherweise durften wir feststellen, dass neben dem großen Interesse an unseren Power+Board-Bundles mit aktuellen Apollo-Lake beziehungsweise Skylake-Prozessoren auch der Bereich USV-Lösungen für besondere Aufmerksamkeit bei den Besuchern sorgte. Eine Live-Demo verdeutlichte die Möglichkeiten unserer neuen Supercap-USV-Lösungen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung von Embedded-Computersystemen im industriellen Umfeld. Die großen Vorteile von Supercaps beziehungsweise Ultrakondensatoren als Energiespeicher gegenüber Batterien sind die hohe Leistungsdichte, die lange Lebensdauer selbst bei extremen Temperaturen sowie die Möglichkeit der schnellen Be- und Entladung. Aufgrund der besonders hohen Zyklenfestigkeit größer 500.000 Lade-/Entladezyklen können Supercap-USV-Lösungen über viele Jahre wartungsfrei betrieben werden. Bei dezentralen Embedded-Box-PC- und Gateway-Systemen im Bereich IoT/Industrie 4.0 ist dies ein entscheidender Vorteil für die Betriebssicherheit ganzer Produktionsanlagen. Unsere maßgeschneiderte USV-Software ermöglicht die Kontrolle und die Einstellung aller wichtigen Parameter. Bei einem ‚PowerFail‘ signalisiert die USV über eine integrierte Kommunikations-Schnittstelle den Ausfall der Versorgungsspannung, so dass entsprechende Maßnahmen ergriffen beziehungsweise bei längerem Ausfall ein sicherer Shutdown des Systems ausgeführt werden kann. Laufende Systemprozesse können in jedem Fall sicher durchgeführt und abgeschlossen werden.