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Huawei und Festo kooperieren: Robotiksteuerung wird in die Cloud ausgelagert

Ist 5G das Puzzlestück zwischen Cloud-Technik und Robotik as a Service? Zur Untersuchung der technischen Machbarkeit kooperieren nun Festo und Huawei.

Festo Cobot. Bildquelle: © Festo

Die industrielle Fertigung steht dieser Tage unter einem Motto: Weg von der Massenproduktion und hin zur Massen-Maßanfertigung. Eine Voraussetzung dafür ist die Digitalisierung der Fertigungsindustrie. In diesem Zusammenhang ergibt sich für Anbieter von Produktionstechnik die Chance zur Einführung neuer Geschäftsmodelle, zum Beispiel das Modell Robotik als Dienstleistung (Robot as a Service, RaaS). Roboter-Steuerungsfunktionen werden hier über die Cloud zur Verfügung gestellt. Dafür muss die Datenübertragung zwischen Roboter und Cloud Echtzeitanforderungen genügen, sodass 5G-Technik zur Realisierung von RaaS-Modellen als integraler Bestandteil angesehen werden kann.

Absichtserklärung für Zusammenarbeit unterzeichnet

Ob sich die 5G-Technik für die Robotik in dieser Form eignet, evaluieren nun Festo und Huawei. Beide Parteien haben eine Absichtserklärung für ein entsprechendes 5G-Cloud-Robotik-Projekt kürzlich unterzeichnet. Entwickelt wird eine fahrbare Roboter-Plattform mit Roboterarm (sechs Freiheitsgrade). Bewegungspfade und Steuersignale berechnen die Cloud-Server und übermitteln sie über 5G-Slicing-Technik an die Roboterplattform. Den Echtzeitanforderungen soll über uRLLC-Technik (Ultra Reliable and Low Latency Communications) Rechnung getragen werden.

Der Vorteil des RaaS-Ansatzes liegt in einer deutlich kürzeren Lernkurve für die Roboter-Programmierung. Außerdem wird ein Teil der Hardware zur Robotersteuerung aus dem Fertigungsroboter ins Rechenzentrum  ausgelagert. Roboterbasierte Fertigungsanlagen wären damit – so das Kalkül der Anbieter – deutlich skalierbarer und die Fähigkeit des einzelnen Roboters hängt nicht mehr von seiner lokalen Rechenleistung ab.

Kooperation soll 5G in der Industrie voranbringen

Die Festo-Huawei-Kooperation soll auch den Weg für 5G in der industriellen Fertigung bahnen. Laut Dirk Pensky, Leiter des Bereichs Software-Entwicklung bei Festo, wird 5G die dominierende Kommunikationstechnologie für die intelligente Fertigung werden »und in dieser Kooperation arbeiten wird darauf hin, das auch unter Beweis zu stellen«.