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Beckhoff / Fertig Motors: Erste "Früchte" des Motoren-Joint-Ventures

Vor einem Jahr gaben Hans Beckhoff und Erwin Fertig, Gründer der ehemaligen Firma Elau, auf der SPS/IPC/Drives ihr Joint-Venture in Sachen Antriebstechnik bekannt. In diesem Jahr traten sie in Nürnberg erneut vor die Fachpresse: Mit den ersten „Früchten“ ihrer gemeinsamen Entwicklungsarbeit.

Erwin Fertig (links) und Hans Beckhoff Bildquelle: © Computer&AUTOMATION
Erwin Fertig (links) und Hans Beckhoff: Ihre Fabrik in Marktheidenfeld hat mittlerweile die Produktion aufgenommen; ab 2012 sollen dort die ersten Motoren ausgeliefert werden.

Mit dem Ziel, den Geschäftsbereich Motion stärker auszubauen, gründete Hans Beckhoff zusammen mit Erwin Fertig im März 2010 die Firma Fertig Motors GmbH, an der Beckhoff mit einem Anteil von 90 % die Mehrheit hält. Auf der SPS/IPC/Drives 2011 können die Messebesucher nun die ersten „greifbaren“ Ergebnisse der Kooperation begutachten – unter anderem die neue Motorbaureihe AM8000. Dabei handelt es sich um rotativen Synchron-Servomotoren, in Standard- und Edelstahlbauweise. Die Baureihe umfasst sechs verschiedene Motorbaugrößen mit je zwei bis drei Baulängen, sodass ein möglichst großer Drehmomentbereich nahtlos überlappend abgedeckt wird. Das Stillstandsdrehmoment reicht von 0,9 bis 65 Nm.

Kennzeichnend für die Beckhoff-Motoren „Marke Eigenbau“ ist eine Einkabeltechnologie, die den Einsatz einer – neben der obligatorischen Motorleitung üblicherweise erforderlichen – Feedbackleitung oder einer vergleichsweise teureren, unflexibleren Hybridleitung erspart. Die Geberdaten, Rotorlage, Multiturn-Informationen, wie auch der Status der thermischen Verhältnisse im Motor, werden dabei über eine rein digitale Schnittstelle übertragen. Das ergibt laut Erwin Fertig eine signifikante Kostenersparnis, da sowohl motor- als auch reglerseitige Steckverbinder und Kabel entfallen.

Servomotor AM8000 Bildquelle: © Beckhoff / Fertig Motors
Durch die Einkabeltechnologie können Schleppketten und die für Leitungen reservierten Bereiche in Maschinen und Schaltschränken deutlich kleiner ausfallen.

Ebenfalls eine Gemeinschaftsentwicklung ist die Motorserie AM8800. Sie basiert auf der Serie AM8000, wurde jedoch um ein komplettes Edelstahlgehäuse in AISI 316L und eine Motorwelle aus Edelstahl ergänzt, welche nach FDA-Richtlinie gestaltet sind. Damit eignen sich diese Motoren speziell für den Einsatz in der Lebensmittel-, Chemie- oder Pharmaindustrie. Die Baureihe umfasst drei Baugrößen mit je drei Baulängen. Der Leistungsbereich bewegt sich von 1 bis 8 Nm Stillstandsdrehmoment. Beide Motorenserien – der AM8000 und der AM8800 – sollen ab dem ersten Quartal 2012 in Serie verfügbar sein.

Neben der Antriebstechnik wartet Beckhoff in Nürnberg mit weiteren Neuheiten auf. Zum Beispiel mit einer neuen Control-Panel-Generation mit so genannter Projected-Capacitive-Multifinger-Touch-Technology (PCT), welche „echte“ Multitouch-Applikationen mit mehr als fünf Fingern ermöglichen soll. Ebenfalls neu ist die Steuerungsgeneration CX2000. „Mit ihr steht die Multi-Core-Rechenleistung erstmalig auch im Embedded-PC auf der Hutschiene zur Verfügung“, streicht Hans Beckhoff heraus. Und was das Thema Automatisierungssoftware betrifft, gab der Firmenchef auf der Pressekonferenz das lang erwartete Release von Twincat3 bekannt.