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Engineering-Dienstleistung
Was ein Ingenieur pro Stunde kosten darf
Mit niedrigen Stundensätzen bis hin zu Kampfpreisen buhlen Ingenieurdienstleister um neue Kunden und Projekte und setzen die Konkurrenz damit unter Druck. Denn eines ist klar: Die Einkäufer der Kunden wollen für Ingenieure nicht tiefer in die Tasche greifen, nur weil sie Mangelware sind.
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Besonders schlimm war der Preiskampf im Krisenjahr 2009. Inzwischen lässt der Druck auf die Engineering-Dienstleister wieder nach, weil der Bedarf an Innovation und Fachkräften wieder extrem gestiegen ist. Wie geht die Branche als Arbeitgeber damit um? Einer, der sich auf technisch anspruchsvolle Projekte spezialisiert hat, ist Ferchau Engineering. Stefan Eichholz, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ferchau: »Die steigende Nachfrage durch Großkunden siebt den Anbietermarkt aus. Vor allem kleinere Mitbewerber mussten schließen.« Eichholz berichtet von einem ungebrochenen Trend bei den Einkäufern, weiter einzusparen, auch beim Personal. „Eine herausfordernde Situation für uns, wenn man bedenkt, dass der Aufschwung die Arbeitskraft verteuert und sich ein Fachkräftemangel bei Ingenieuren und IT-Spezialisten immer mehr einstellt.« Eichholz bedauert, dass man als Engineering-Spezialist und „Full-Service-Anbieter“, der ein deutlich breiteres Spektrum als die Arbeitnehmerüberlassung anbiete, trotzdem regelmäßig in den „Topf der Zeitarbeitsunternehmen geworfen“ werde.
98 Prozent der Mitarbeiter bei Ferchau seien fest angestellt. Damit habe man gegenüber der gewerblichen Zeitarbeit und auch gegenüber einigen Engineering-Dienstleister zwar höhere Lohnkosten, dafür aber zufriedene und hochqualifizierte Mitarbeiter. Leider würden allzu oft Preisvergleiche verschiedener Anbieter angestellt, die nicht auf gleichen Rahmenbedingungen beruhen. So könnten manche Mitbewerber, strukturell zu großen Konzernen aus dem Bereich Personaldienstleistung bzw. Zeitarbeit zugehörig, anders kalkulieren: Sie lieferten im Rahmen der gewerblichen Überlassung große Volumina an Personal und könnten somit bei den kleinen Engineering-Töchtern auf Marge verzichten, oft zu einem nicht kostendeckenden Preis. Eichholz: »Dies verfälscht den Wettbewerb und führt zu einem Auswahlentscheid unter nicht vergleichbaren Auswahlbedingungen und der ausschließlichen Maxime, zum niedrigsten Preis einzukaufen.« Eichholz setzt dagegen auf die Qualität der eigenen Dienstleistung: »Nachhaltigkeit ist das Schlüsselwort: Die Ferchau-Mitarbeiter brauchen dann auch nur wenig Einarbeitungszeit, da sie mit dem Kunden – Abläufen, Systemen, Ansprechpartnern etc. – bereits von vorhergehenden Projekten vertraut sind. Das senkt die Entwicklungszeit. Und Innovationsvorsprung bedeutet Geld.«
1. Teil: Was ein Ingenieur pro Stunde kosten darf
2. Teil: Verschärft sich die Lieferfähigkeit?
